Medienspiegel

Faktencheck: Falsche Zahlen und irreführende Berichterstattung zum Migrationshintergrund von Arbeitslosen

 

21. November 2019 | Lena Becher

Die Bild berichtet, dass die Hälfte der Arbeitslosen einen Migrationshintergrund hat und immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund arbeitslos sind. Doch diese Beobachtung ist falsch, wie ein genauer Blick in die Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) verrät.

https://www.blickpunkt-wiso.de/post/faktencheck-falsche-zahlen-und-irrefuehrende-berichterstattung-zum-migrationshintergrund-von-arbeitslosen–2337.html

Kommentar Hartmut Krauss:

Viel heiße Luft bzw. Schall und Rauch in diesem „Faktencheck“, der aber den Kernsachverhalt gar nicht verdrängen kann:

Ausländer, Migranten, Personen mit Migrationshintergrund sind in der Arbeitslosenstatistik sowie in der „Hartz-IV-Bevölkerung“ überproportional vertreten.

„Vergessen“ wird bei diesem „Faktencheck“ die Tatsache, dass insbesondere Ausländer und Migranten sich in Sprachkursen und Qualifizierungsmaßnahmen aufhalten und somit „künstlich“ aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen.

Zudem: Wenn nicht für alle Arbeitslosen Angaben zum MH (Migrationshintergrund, GB) vorliegen, da diese Angaben freiwillig sind, so heißt das doch im Umkehrschluss nicht, dass alle diejenigen, die keine Angaben gemacht haben, keinen MH haben.

Und wenn von 1,5 Millionen offiziell arbeitslosen Hartz-IV-Beziehern 600.000 einen Migrationshintergrund haben, so sind das 40% und nicht „rund ein Fünftel“.