Medienspiegel

Frausein als Doktrin

Veröffentlicht
Die Gender-Studies wollen von akademischer Warte aus die Gesellschaft verändern.
Dazu formulieren sie politische Ziele.
Ist das noch linke Moral oder schon verordneter Feminismus?
Birgit Schmid 9.11.2019

https://www.nzz.ch/feuilleton/gender-studies-frausein-als-doktrin-ld.1520200?fbclid=IwAR0ummToqnzrVN8uiWrLssDQu7YFFa0rVKH7tNJDA86nTh92hWzBDtN-fw8

Kommentar GB:

Eine zentrale Passage lautet:

(…) „Die Frauenforschung «als verlängerter Arm der politischen Frauenbewegung» sei schon immer anfällig für ideologische Inhalte gewesen, schreiben die Herausgeber. Denn zum Selbstverständnis der Frauenforschung gehört es, die «männliche», patriarchale Wissenschaft zu dekonstruieren. Die feministische Wissenschaft soll also Partei für Frauen ergreifen.

Mit dem Genderfeminismus bekommt das Genre einen neuen Dreh. Denn nun wird schon das Geschlecht für politisch erklärt. Und allen, die es noch nicht begriffen haben, wird doziert: Biologie und Gene sind vernachlässigbar, erst Kultur und Sozialisation machen uns zu Frauen und Männern. Obwohl es keinen wissenschaftlichen Beleg für diese Theorie gibt, wird alles zur sozialen Konstruktion umgedeutet: das Geschlecht, die Gefühle. Für Judith Butler, die Ikone der Gender-Studies, gilt das sogar für den Körper. Damit wird das Geschlecht zu einem politischen Projekt und zur wichtigsten Kategorie in Forschung, Politik und Gesellschaft – noch vor Alter, Ethnie oder Religion.“ (…)