Medienspiegel

Sahra Wagenknecht im Interview

Ein Artikel von: Redaktion

Sehr viele Menschen äußern ihre Sympathie für Sahra Wagenknecht. Dafür gibt es gute Gründe. Viele fragen aber auch, was daraus folgt.

Albrecht Müller hat diese und andere Fragen gestellt. Hier das Interview.

Sahra Wagenknecht – die beliebteste Politikerin. „Was ist das wert? Was machen Sie aus diesem Potenzial?“

Kommentar GB:

Ich greife eine m. E. analytisch zutreffende und sehr klare Einschätzung heraus:

(…)

„S. W.: Die urbanen Besserverdiener sind heute die wichtigste Wählergruppe der Grünen, aber in zunehmendem Maße auch von SPD und Linken.

Es ist die Denkweise und Lebenswelt dieses sozialen Milieus, ihre Sicht auf die Globalisierung, die Zuwanderung, die EU und den Nationalstaat, die heute als „links“ gelten, während Ansichten, die früher sozialdemokratischer Mainstream waren, plötzlich unter Nationalismus- oder gar Rassismusverdacht stehen.

Im Ergebnis hält die Mehrheit der Arbeiterschaft und der Ärmeren „links“ heute für eine Ideologie der Herrschenden, der Profiteure der neoliberalen Globalisierung, und hat damit nicht ganz unrecht. (Hervorhebungen GB)

Das ist eine gravierende Fehlentwicklung.

Eine Linke, die sich von den benachteiligten Schichten und deren Interessen entfernt, trägt damit auch Mitverantwortung für den Aufstieg der Rechten. Gleichzeitig zeigt beispielsweise der letzte Wahlkampf der dänischen Sozialdemokratie, dass die Linke mit einer populären und an den Wünschen der Mehrheit orientierten Strategie die Rechtsparteien erstaunlich schnell wieder kleinmachen kann. Das wäre auch in Deutschland möglich.“ (…)  –

Allerdings: es ist m. E. von der SPD und der LINKEN außerordentlich viel Vertrauen verspielt worden, und es ist sehr zweifelhaft, ob das jemals wiedergewonnen werden kann. In dieser Hinsicht schätze ich die Lage anders ein als SW, und daher erwarte ich, gestützt von der Beobachtung fehlender Lernprozesse, den weiteren Niedergang beider Parteien.

Vor allem dürfte sich eine Kurskorrektur nicht auf die sozioökonomische Dimension (d. h. auf Verteilungspolitik) beschränken – einer Beschränkung, der SW selbst unterliegt – sondern sie müßte die soziokulturelle Dimension offensiv einbeziehen.

Der ISlam ist nichts Gutes: und daraus wären die nötigen Konsequenzen zu ziehen.

Eine Linke

ohne Religionskritik (heute speziell: Islamkritik) in ihrem Zentrum

ist keine Linke.