Demokratischer Repräsentationsbegriff und identitätspolitischer Repräsentationsbegriff

„Auf dem Blog Homoduplex werden in einem interessanten Artikel noch einmal die Probleme einer Identitätspolitik und die Probleme des „richtigen Denkens“ und seiner Sicherstellung angesprochen:“ (…)

„Der beschriebene Zielkonflikt ist auch in den Repräsentationsbegriff der Identitätspolitik eingebaut, der gebraucht wird, wenn es heißt, Frauen, Migranten oder andere Gruppen seien irgendwo nicht »repräsentiert«.

Zuerst müssen wir diesen sorgfältig von demjenigen Repräsentationsbegriff unterscheiden, der in »repräsentative Demokratie« vorkommt. Diese sieht vor, dass die Repräsentanten Interessen repräsentieren, die die Bürger durch Wahlen zum Ausdruck bringen. Repräsentation im Sinne von »Diversity« sieht vor, dass demographische Merkmale wie Geschlecht, Hautfarbe usw. repräsentiert werden. Das ist keine Fortschreibung, Verfeinerung oder Weiterentwicklung demokratischer Repräsentation, sondern eine völlig andere Idee.

Der demokratische Repräsentationsbegriff geht von mündigen Individuen aus. Du kannst deinen Willen äußern, und wenn du das getan hast, gilt die Äußerung als dein Wille.

Von der Warte des neuen Repräsentationsbegriffs aus gibt es keine autonome Willensbildung. Dein Wille ist Funktion deines Geschlechts und deiner Hautfarbe. Wir wissen von vornherein aufgrund deines Geschlechts und deiner Hautfarbe, was dein Wille ist und sein muss, und wenn er das nicht ist, dann bist du einer Täuschung aufgesessen oder geistig verwirrt und deine Willensäußerung ist ungültig.“ (…)

Demokratischer Repräsentationsbegriff und identitätspolitischer Repräsentationsbegriff