Hannelore Kraft hört auf

Die frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft will sich bei der Landtagswahl 2022 nicht noch einmal um ein Mandat bemühen. So neigt sich die politische Ära Kraft gänzlich glanzlos ihrem Ende entgegen.

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/hannelore-kraft-hoert-auf-wie-aus-einer-anderen-besseren-zeit-16616942.html

Kommentar GB:

Der Artikel sagt implizit einiges über Feminismus, Personalpolitik und intellektuelles Niveau der schrumpfenden SPD aus. Der Artikel schließt mit folgender kritischer Anmerkung:

„Die vielfältigen Chancen zur Erneuerung nutzte Kraft nicht. Nach ihrem Wahltriumph 2012 hätte sie dazu beitragen können, die deutsche Sozialdemokratie aus der Defensive zu führen. Der größte SPD-Landesverband hätte es sich zur Aufgabe machen können, einen überzeugenden Neuanfang in der Sozialpolitik anzuschieben. Das hätte der SPD dabei geholfen, ihr Hartz-Trauma zu überwinden. Doch Kraft beließ es bei vagen Entwürfen. Auch fand die Kraft-SPD keine eigene, „sozialdemokratische“ Position zur Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Dabei hätte es gerade im erfahrenen Migrationsland Nordrhein-Westfalen nahegelegen, Ideen für eine zugleich humane wie auch realistische Zuwanderungspolitik zu formulieren. Stattdessen wurden in der Kraft-SPD die moralischen Sperrgebiete weiter befestigt.“

Der zukünftige politische Nachruf auf Angela Merkel (CDU) dürfte allerdings noch weitaus herber ausfallen.