Machtspiele in Erfurt : Schachmatt

Ein Matt in drei Zügen

Von der Finte der Thüringer AfD wollen CDU und FDP überrascht gewesen sein. Dabei sagt die AfD, ihr sei geholfen worden.

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/thueringen-waren-cdu-und-fdp-so-ueberrascht-von-der-afd-finte-16624241.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Kommentar GB:

Eine sehr lesenswerte Rekonstruktion der Vorgänge in Erfurt …

Die folgende Passage scheint mir, was die mentalen Zustände angeht, einigermaßen aussagekräftig zu sein – wohlgemerkt, hier ist vom Parlament, nicht von der Gosse die Rede:

(…) „Im Herbst war der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, Michael Heym, sogar noch weiter vorgeprescht. Er hatte mit Blick auf das Wahlergebnis der AfD gesagt: „Man tut der Demokratie keinen Gefallen, wenn man ein Viertel der Wählerschaft verprellt.“ Sollte heißen: AfD einbeziehen. Kurz darauf kursierte ein Brief, in dem 17 CDU-Politiker aus Thüringen „ergebnisoffene“ Gespräche auch mit der AfD forderten. Auch ein weiterer Landtagsabgeordneter zählte zu den Unterzeichnern.

Das hatte in der Fraktion für dicke Luft gesorgt. Manche wollten zwar nicht mit der AfD reden, hielten aber die öffentliche Aufregung über den Brief für übertrieben. Andere fanden, die Aufregung sei berechtigt. Sie wollten mit der AfD im Landtag reden, soweit es Organisatorisches betraf: Wer welchen Raum kriegt zum Beispiel. Auch „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ wollten sie sagen. Oder jemandem die Hand geben. Das lief unter menschlich vernünftigem Umgang. CDU-Politiker berichten davon, wie Kollegen anderer Fraktionen AfD-Leute auf dem Flur angespuckt hätten; das kam für sie nicht in Frage. Aber Biertrinken nach der Plenarsitzung auch nicht.“ (…)

Wenn das wirklich so war, dann spricht das für sich.

Die „Säuberung“ hat in Berlin bekanntlich begonnen; sie dürfte sich fortsetzen, vermutlich bis zum 5. März dieses oder des nächsten Jahres.