Die missachtete Risiko-Studie zur Pandemie

30. März 2020

Der Bericht wurde nicht ernstgenommen, im eingetretenen Risikofall steht die Bundesrepublik nackt und die Ärzte unversorgt im Dilemma.

„Die Neue Züricher Zeitung wies vor gut einer Woche darauf hin, dass 2012 eine Risiko-Studie des Bundesamts für Bevölkerungsschutz zur Pandemie vom Typ Corona-Virus erschien, die einen erstaunlich ähnlichen Ablauf zur aktuellen Situation beschreibt.“ (…)

„Der österreichische Standard hat nun vor einigen Tagen diese weitgehende Ähnlichkeit der damaligen Analyse mit der aktuellen Situation genauer vertieft. Bedrückend, dass erneut eine ausländische Zeitung in die Analyse des Berichts einsteigt und zeigt, dass sie eine deutliche Warnung war, die aber völlig negiert wurde.“ (…)

https://www.heise.de/tp/features/Die-missachtete-Risiko-Studie-zur-Pandemie-4692825.html

und der aktuelle Versorgungsfehlbestand:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111492/Medizinische-Schutzausruestung-Erste-Lieferungen-Not-dennoch-gross

Kommentar GB:

Selbstverständlich ist diese Studie relevant, sie ist sogar hochgradig relevant, und ebenso selbstverständlich müssen die 2012 antizipativ verwendeten Parameter an die aktuellen empirischen Werte angepaßt werden; aber das ist schon alles.

Wer wissen will, was in 2020 und 2021 bezüglich der Pandemie zu erwarten ist, der sollte diese Studie ernsthaft zur Kenntnis nehmen.

In 2013 und 2014 hätten zumindest von der Material- und Vorratsseite her recht leicht und zu sicherlich geringen Kosten eben die nötigen Vorräte angelegt werden können, deren Fehlen heute beklagt wird. Und auch in apparativer, personeller und organisatorischer Hinsicht wäre Zeit gewesen, den Risikofall einer solchen Pandemie, wie sie jetzt eingetreten ist, durchzuspielen, dabei die Kapazitäten abzuschätzen, Pandemiepläne zu entwickeln, und sie zu üben.

Alles das ist unterlassen worden, und jetzt ist zu klären, wer für diese Unterlassungen die Verantwortung trägt. Die Regierung Merkel, selbstverständlich, und dann diejenigen, die als Gesundheitsminister Schaden vom deutschen Volk abzuwenden angetreten waren bzw. sind, hierzu siehe unten. Und auch die Abgeordneten des Bundestages stehen hier, weil wohlinformiert, in der Verantwortung, hier ganz besonders die Mitglieder des zuständigen Bundestagsausschusses.

(…) „Wir werden die Nichtbeachtung dieser Studie durch die Regierungen und den Deutschen Bundestag nicht mehr korrigieren können. Die Versäumnisse werden eine erhöhte Zahl von Infizierten und auch Todesopfer fordern. Dass also aus der jetzigen katastrophalen Lage ein neues, wirkungsvolleres Pandemieprogramm entstehen muss, sollte deshalb zweifelsfrei sein. Auch, dass ein Untersuchungsausschuss unausweichlich ist.“ (…)

Bundesminister für Gesundheit
12 Ulla Schmidt s. o. SPD 22. November 2005 27. Oktober 2009
13 Philipp Rösler * 1973 FDP 28. Oktober 2009 12. Mai 2011
14 Daniel Bahr * 1976 FDP 12. Mai 2011 17. Dezember 2013
15 Hermann Gröhe * 1961 CDU 17. Dezember 2013 14. März 2018
16 Jens Spahn * 1980 CDU 14. März 2018 amtierend

Daniel Bahr (14) und Hermann Gröhe (15) und auch Jens Spahn (16) werden dazu zu befragen sein; außerdem die Mitglieder des zuständigen Bundestagsausschusses. –

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_deutschen_Gesundheitsminister

Man vergleiche hierzu das United Kingdom:

https://www.telegraph.co.uk/news/2020/03/28/exclusive-ministers-warned-nhs-could-not-cope-pandemic-three/