Formaler Akt der Taufe und damit begründete Zugehörigkeit zur katholischen Kirche begründen kein Abschiebungsverbot nach Afghanistan

Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22.01.2020
– 13 A 11356/19.OVG –

Ernstliche Hinwendung zum christlichen Glauben und Beweggründe für Konversion müssen plausibel dargelegt werden

Für junge, gesunde Männer besteht bei einer Rückkehr in den Raum Kabul und in die Stadt Masar-e Sharif aufgrund der allgemeinen Lebensverhältnisse in Afghanistan regelmäßig auch dann keine Gefahr, die ein Abschiebungsverbot begründen, wenn sie keine Unterstützung durch Familien- oder Stammesangehörige erhalten. Auch allein der formale Akt der Taufe und die damit begründete Zugehörigkeit zur katholischen Kirche führen nicht zu einem Abschiebungsverbot. Dies entschied das Ober­verwaltungs­gericht Rheinland-Pfalz.

https://www.kostenlose-urteile.de/OVG-Rheinland-Pfalz_13-A-1135619OVG_Formaler-Akt-der-Taufe-und-damit-begruendete-Zugehoerigkeit-zur-katholischen-Kirche-begruenden-kein-Abschiebungsverbot-nach-Afghanistan.news28503.htm

Kommentar GB:

Eine solche Frage juristisch zu entscheiden setzt voraus, daß auf gesicherte Kenntnisse über die außerjuristische Sachverhalte (hier: den Islam und die Lage in Afghanistan) verfügbar sind. In diesem Fall geht es speziell um Grundkenntnisse des Islam, insbesondere um das, was „Taqqiya“ bedeutet, nämlich eine den Muslimen erlaubte Täuschung und Irreführung. Eine rechtliche Bewertung – in diesen und ähnlichen Einzelfällen – muß ohne solche außerjuristischen Kenntnisse (jeweiliger wissenschaftlicher state of the art) scheitern, weil sie die Realität verfehlt.

 

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