Leben in der Zeit des Coronavirus

28. März 2020

Dr. Gudrun Eussner

Das Schaf zur Zeit des Coronavirus 2

Liebe Freunde!

Wir dürfen pro Tag eine Stunde raus, müssen uns selbst Datum und Uhrzeit attestieren, aber einen Kilometer weit weg von unserer Wohnung dürfen wir nur. Blök!

Gestern wollte ich, die Stunde nutzend, im großen Bogen zu meinem Supermarkt, unter der Bahn, und da habe ich auf dem Wege Lidl entdeckt. In dem Laden war ich ganz zu Anfang meiner Zeit in Perpignan, also 2002 oder 2003, weil es ein Wein-Schnäppchen geben sollte. Nie wieder habe ich einen Fuß hinein gesetzt, da stand, dicht gepackt, alles in graubraunen Kisten massenweise herum.

Da ich ja noch Zeit hatte von meiner Stunde, dachte ich, guckste mal. Haben sie überhaupt geöffnet? Ja, war geöffnet. Ich hinein! Mir fielen bald die Augen ausm Kopp!

Während in meinem Supermarkt G20, unter der Bahn, die Lokusrollen einzeln verkauft werden, die Regale leer gefegt sind, von Reis über Weißkäse bis Spüli, fühlte ich mich bei Lidl wie im Märchen!

Es gab Himbeeren, sonstiges Obst und Gemüse aller Art, Fleisch, Fisch, alles in sauberen, hellen Regalen, nettes Personal lächelte mich hinter Schutzmasken an. An der Kasse stellte sich raus, daß die Kundin vor mir aus Versehen zwei meiner Artikel mit gekauft und eingesteckt hatte, eine Schale Äpfel und ein Hühnchen. Die Kundin meinte, sie könnte das auch gebrauchen, und ich durfte mir in aller Ruhe Ersatz holen. Eine Schlange von sechs Leuten warte geduldig und lachte.

Wer hätte gedacht, daß mir Schaf solches mal Lebensmut und Freude bringt, blök!

Die Ausgangssperre wurde bis zum 15. April verlängert. Das Wegschließen, wenn es nicht bald aufgehoben wird, bringt uns aber schon jetzt und vermehrt demnächst exponentiell mehr Kranke und Tote als das Virus. Auf dem französischen LCI kam eine Telefonseelsorgerin zu Wort, die Selbstmordgefährdete berät. Sie sagte, bei ihrem Dienst kämen immer mehr Anrufe verzweifelter Menschen an. Es trifft die Schwächsten, die nicht mehr weiter wissen, die von der Ausgangssperre psychisch krank werden, oder deren Existenz durch den Stillstand der Wirtschaft ruiniert ist.

Derweil drohen die Kontrolleure der Polizei mit Streik, sie wollen keine Strafzettel mehr ausstellen. Selbst sie haben keine Schutzmasken, und einer von ihnen ist jetzt an dem Virus gestorben.

20.03.2020. Weder zu COVID-19 selbst, noch zur Effektivität der derzeit ergriffenen Maßnahmen gibt es bisher belastbare Evidenz. Dies ist Anlass für das EbM-Netzwerk, sich mit der COVID-19 Pandemie auseinanderzusetzen.

Affaire à suivre …

Blök!
Euer Schaf,
noch Corona-verschont,
spielt die Fidl,
singt bei Lidl,
läßt die Sorgen aus dem Haus!

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