Acta diurna am 9. Mai 2020

9. Mai 2020 – Michael Klonovsky

(…) „Vor ein paar Jahren war es schwer vorstellbar – und ist es in zurechnungsfähigen Weltgegenden heute noch und wahrscheinlich immerdar –, dass nicht Fähigkeiten, Intelligenz und Qualifikation, sondern Geschlecht, Rasse und Sexualverhalten für die Besetzung von Führungsposten ausschlaggebend sein sollen. Inzwischen sind die zahlreichen windigen Initiativen zur Diversifizierung lukrativer Jobs kaum mehr auseinanderzuhalten; insofern ist es nahezu löblich, dass jemand sie bündelt. „BeyondGenderAgenda“ nennt sich eine neue Plattform – gottlob kommt mein liebes Deutsch als Hirnwäsche-Rotwelsch und Gesellschaftstransfomations-Gaunersprache auch hierzulande immer mehr aus der Mode –, auf die mich Leserin *** hinwies. Es handelt sich um ein Forum für „Diversity & Inclusion“, deren Gründerin, der PR-Fachmensch Victoria Wagner, soeben ein Interview auf welt.online gab.

„Wir haben uns auf die Fahne geschrieben“, erklärt die wonnige Diversity-Schildmaid dort, „Diversität und Inklusion in der DNA von führenden börsennotierten und mittelständischen Unternehmen zu verankern und damit die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes langfristig zu sichern. Wir wollen bei der Besetzung von Vorstandspositionen und Aufsichtsratsmandaten endlich Chancengleichheit sicherstellen für Führungskräfte anderen Geschlechts, Alters, kultureller Herkunft, sexueller Orientierung und Geschlechteridentität.“ Als Ziel ihres marktbereinigenden Strebens nennt sie einen „kulturellen Wandel“ und „Mindshift“.

Leserin *** schreibt, man brauche nur die lange Liste der „Partner“ zu studieren, um zu wissen, was uns da ins Haus stünde: VW, FDP, Miele, Microsoft, Bertelsmann-Stiftung, Burda, Commerzbank, Deutschen Post DHL, Twitter, Völklinger Kreis, Bundesverband schwuler Führungskräfte, sogar Welt, Handelsblatt und Süddeutsche sind mit von der Partie (was dem Interview in der Welt, an dessen Ende die Kooperation diskret erwähnt wird, eine verschwiemelte Note verleiht).

Außerdem kooperiere diese Wohlmeinensmafia mit der Uhlala Group, und das „ergibt ein Gehirnwäschepotential nie dagewesenen Ausmaßes. Bei Uhlala mischen auch ‚Zeit Online‘, Axel Springer, ProSiebenSat.1 mit und, besonders bedrohlich: Arvato, jene Bertelsmann-Tochter, die Facebook nach Anstößigem ‚durchsucht‘ und dieses Anstößige ‚überprüft, bewertet und gegebenenfalls löscht‘ (Wiki früher, heute ‚prüfen‘ sie nur noch). Das ‚BeyondGenderAgenda‘-Geleitwort stammt von Bundesminister Jens Spahn. Man ist ganz oben angesiedelt.“

Jede Art von Förderung nach Gruppenzugehörigkeit ist Deppenförderung (von den Förderungsforderern selber einmal abgesehen). Förderungswürdig sind Begabungen, Intelligenz, Fähigkeiten – ausgenommen natürlich Hilfen für wenig Begabte oder aus sozialen Gründen im „basket of deplorable“ (Hillary Clinton) Gelandete, aber denen böte man ja keine Spitzenjobs an. Im Übrigen: Ich bin begierig, einmal eine Frau kennenzulernen, die trotz nachweisbarer Fähigkeiten wegen ihres Geschlechts in ihrer Karriere behindert, also diskriminiert wurde, und ich meine nicht im Iran oder bei den Saudis. Normaler Konkurrenzkampf ist übrigens keine Diskriminierung, auch wenn viele Karrieremädels gleich zu weinen anfangen, wenn sie über eine Falte im roten Teppich gestolpert sind.“ (…)

https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/1355-9-mai-2020