Corona aus Sicht eines Pathologen

«Wir müssen davon ausgehen, dass viele Präparate infektiös sind» – wie der Zürcher Pathologe Holger Moch die Wirkung des Coronavirus erforscht

Die Pathologen tragen Ganzkörper-Schutzanzüge, wenn sie am Universitätsspital Zürich verstorbene Covid-19-Patienten untersuchen. Die Autopsien finden unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Sie helfen dabei, das neue Virus zu verstehen.

Rebekka Haefeli 04.05.2020

https://www.nzz.ch/zuerich/coronavirus-in-zuerich-die-pathologen-auf-der-spur-des-erregers-ld.1554469

Kommentar GB:

Mehrere Punkte sind hier erkennbar: erstens, für wie außerordentlich gefährlich die Schweizer Pathologen das Virus einschätzen, zweitens, daß über seine schädliche Wirkungen – über die Lungenerkrankung hinaus – noch zu wenig bekannt ist, drittens, daß die monokausale Feststellung einer COVID 19 – Todesursache im Einzelfall schwierig bis unmöglich, weil meist gänzlich individuell ist.

Siehe hierzu die folgenden Kurzzitate:

(…) „Die Erkenntnisse, welche die Zürcher Pathologen aus den bisher durchgeführten Covid-19-Autopsien gewonnen haben, werden bereits weltweit diskutiert: Ein interdisziplinäres Team des USZ konnte aufzeigen, dass das neue Virus nicht wie zunächst vermutet nur für eine reine Lungenkrankheit verantwortlich ist. Sars-CoV-2 löst gemäss der Untersuchung in Zürich direkt Entzündungen und Blutgerinnsel in zahlreichen Gefässen aus und kann so zum Versagen verschiedener Organe und zum Tod führen.“ (…) „«Wir wissen noch nicht, warum es zu einer Entzündung der kleinen Gefässe kommt», sagt der Pathologe. «Was wir wissen, ist, dass Patienten mit Vorerkrankungen stärker gefährdet sind als gesunde Menschen.» „(…) „Die Frage, ob die Covid-19-Patienten, die am Unispital in Zürich obduziert wurden, ohne die Virusinfektion noch am Leben wären, kann Moch nicht eindeutig beantworten. «Bei den schweren Fällen hat das Virus sicher zu einer Verkürzung des Lebens geführt», sagt er. «Die Todesursache ist individuell.»

(…).“