Medienspiegel

8. Mai – Tag der Befreiung

GAM e. V.

GAM-Newsletter 08. Mai 2020

8. Mai – Tag der Befreiung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

die anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus veröffentlichte Stellungnahme der GAM e.V. ist nach wie vor aktuell:

Der 8. Mai und der ideologisch blockierte Widerstand gegen den neuen Totalitarismus

Als „Tag der Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ (Weizäcker am 40. Jahrestag) müsste der 8. Mai eigentlich ein gesetzlicher Feier- und Gedenktag sein, um immer wieder erneut die richtigen Lehren aus dieser unsäglich leidvollen Vergangenheit wach zu halten und in ihrem Licht die aktuelle Realität zu reflektieren.

Tatsächlich hat sich in Deutschland, sowohl in West- und Ostdeutschland unter verschiedenen politischen Bedingungen als auch im wiedervereinigten Gesamtdeutschland, trotz mangelhafter Entnazifizierung, eine starke und umfassende Erinnerungskultur etabliert, welche die Verbrechen des Naziregimes klar benennt und dokumentiert sowie mit Schuldeingeständnissen und moralischen Appellen nicht spart. Damit hebt sich Deutschland wohltuend ab von der offiziellen Türkei, die den Völkermord an den Armeniern bis heute wutschnaubend leugnet, ja sogar diese Tatsachenfeststellung massiv bekämpft.

Zudem hat die vielschichtige historische Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen zu einer nachhaltigen Ächtung und Eindämmung bzw. Marginalisierung neonazistischer Gruppen und rechtsextremistischer Gesinnungsträger geführt. Und das ist zweifellos gut so.

Weniger positiv zu bewerten ist der tendenzielle germanozentristische Autismus des Erinnerungs- und Aufarbeitungsprozesses, der gewissermaßen das „Böse“ mit dem „Deutsch-Sein“ verschmolzen und damit essentialisiert hat. In der Folgewirkung führte das zur fatalen Überschätzung der eigenen und Unterschätzung der fremdkulturellen Disposition zum Totalitären/Repressiven/Mörderischen. Zwar war die fabrikmäßige Vernichtung von Juden, Sinti und Roma, aber auch von Kriegsgefangenen, Schwerbehinderten, Widerstandskämpfern und weiteren KZ-Häftlingen eine entsetzliche Einmaligkeit des deutschen Nationalsozialismus und muss als solche auch besonders hervorgehoben werden. Aber alle anderen totalitären Wesenszüge sind transkultureller Art und basieren auf einer Synthese prämoderner Herrschaftsaspekte mit Komponenten ökonomischer, technologischer und bürokratischer Modernität.

Raubkrieg, Versklavung und Ausbeutung von Kriegsgefangenen/Fremdarbeitern, Vernichtung von politisch-weltanschaulichen Feinden/Ungläubigen, Abschreckungs- und Ausrottungsterror in eroberten Gebieten, ideologische Gleichschaltung und Unterdrückung bis Ausmerzung von Abweichlern nach innen,. Folter und Vergewaltigung etc. sind nicht nazispezifisch, sondern von den Nationalsozialisten angeeignete Praktiken und herrschaftsideologische Vorbilder aus dem Arsenal der abend- und insbesondere auch der islamisch-morgenländischen Geschichte. (…)

Weiterlesen:

http://www.gam-online.de/text-8mai.html

Buchempfehlung:

http://www.hintergrund-verlag.de/buecher-faschismus-fundamentalismus.html

Mit freundlichen Grüßen

Karin Vogelpohl

Vorstand GAM e.V.


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Kommentar GB:

Mit dem Kriegsende am 8. Mai 1945 endete – außer in Ostasien, besonders in Japan, dem das Schlimmste (Hiroshima, Nagasaki) noch bevorstand – für alle Zeitgenossen ein ungeheurer Leidensprozeß. Von diesem maßlosen Leiden am Kriege wurden die Menschen tatsächlich befreit, und zwar selbst dort, wo das Kriegsende als Niederlage erlebt wurde, weil es objektiv eine solche war. Wer noch am Leben war, konnte sich der Zukunft zuwenden, wenn und soweit die Verwundungen aller Art das noch zuließen. Und das haben die Menschen mit aller ihrer Kraft getan. So entstanden die Grundlagen dessen, worauf wir, die Nachgeborenen, heute stehen.