FreitagsbriefMedienspiegel

Warum SARS-CoV-2 die Lunge schädigt

Endothelialitis, Mikrothrombose und Angiogenese

Freitag, 22. Mai 2020

Boston und Hannover −

„Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 schädigt in den Lungen nicht nur die Alveolen. Die Viren infizieren auch die Endothelien, was eine Thrombosierung in den kleinen Blutgefäßen auslöst.

Ein besonderes Kennzeichen, das COVID-19 von einer schweren Influenza unterscheidet, könnte nach einer Studie im New England Journal of Medicine (2020; DOI: 10.1056/NEJMoa2015432) eine intussuszeptive Angiogenese sein.“ (…)

„Nach Ansicht von Jonigk ist die Angiogenese ein wichtiges Unterscheidungs­merkmal zu einer Grippeinfektion. Für Mentzer zeigen die Ergebnisse, dass SARS-CoV-2 ein Atemwegsvirus ist, das eine Gefäßerkrankung verursacht.

Die Beschädigungen an den Blutgefäßen könnten möglicherweise noch andere Probleme erklären, die bei COVID-19-Patienten beobachtet werden. Dazu gehören beispielsweise die „COVID-Zehen“, Schwellungen und Rötungen wie bei einer Erfrierung. Auch Schlag­anfälle oder das Kawasaki-Syndrom, eine Vaskulitis, die bei Kindern zu Aneurys­men an den Koronararterien führen kann, lassen sich nach Ansicht von Mentzer auf eine Schädigung der Blutgefäße zurückführen.“ (…)

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/113108/Endothelialitis-Mikrothrombose-und-Angiogenese-Warum-SARS-CoV-2-die-Lunge-schaedigt