Medienspiegel

Was ist Rassismus (nicht)?

Veröffentlicht

Eine kurze Klarstellung

Zunächst eine Definition im Interesse wissenschaftlicher Präzision:

„Rassismus“ ist eine ideologische Einstellung bzw. ein irrationales Vorurteilsmuster, das Menschen aufgrund biologischer (Abstammungs-)Merkmale spekulativ-willkürlich als negativ, d. h. „irreversibel minderwertig“ und „schlecht“ bewertet.

Auf dieser Grundlage ist es dann auch möglich, bestimmte Menschengruppen willkürlich zu „rassisieren“, d. h. ihnen bestimmte negative und irreversible biologische Eigenschaften anzudichten. So basiert der moderne Hass auf die Juden/Antisemitismus auf der irrationalen und ideologisch-manipulativen ‚Umwandlung’ von Menschen, die von religiös-jüdischen Vorfahren abstammen, in einen unveränderbar bösartigen, rassischen „Blutjuden“ – ganz egal, wie er sich zur jüdischen Religion verhält. So kann man Marx, Freud, den deutsch-nationalen Mitbürger und den ultraorthodoxen Rabbi in einen Topf werfen und als wesensgleiche Erzverderber verteufeln. Reale Sachverhalte, empirisch-konkrete Wirklichkeitsaspekte spielen in diesem eliminationssüchtigen Wahnsystem keine Rolle. Egal, wie sich der als „blutjüdisch“ identifizierte Mensch auch verhalten mag, er/sie ist als a priori Unreine/r zu beseitigen.

Davon strikt zu unterscheiden ist die negative (kritische) Bewertung von Herkunftsgruppen, die aufgrund der von ihnen geteilten handlungsrelevanten Wertorientierungen und Normen als kulturell (relativ) homogen angesehen werden – zumal dann, wenn diese Gruppen ihre kulturell-normative Orientierung bewusst äußerlich sichtbar zum Beispiel in Gestalt von Kleidungssymbolen indizieren und sich damit selbsttätig abgrenzen. Entscheidend ist hierbei a) die Beurteilung der Inhalte der betreffenden (kritisierten) Wertorientierungen und Normen sowie b) die Stimmigkeit der Zuschreibung der Wertorientierungen/Normen zu der jeweiligen Bezugsgemeinschaft. (Überprüfung des Begründungsdiskurses)
Zudem ist in Rechnung zu stellen, ob die sozialisatorische und individuelle Veränderbarkeit der abgelehnten bzw. kritisierten Wert- und Normorientierungen eingeräumt wird oder nicht. (Unterscheidung zwischen statistischer Häufung und individueller Modifizierbarkeit der zugeschriebenen Einstellungen)
Zu berücksichtigen ist darüber hinaus auch, dass die zum Beispiel ethnizistische/nationalitätsbezogene Abwertung oftmals das negativ-reaktive Spiegelbild der ethnizistischen (nationalistischen) Selbstaufwertung der betreffenden Ethnie/Nationalitätengruppe darstellt. (Positiver vs. negativer Ethnizismus/Nationalismus)

Einer exakten wissenschaftlichen Begriffsbildung völlig abträglich ist es, den Rassismusbegriff zu „kulturalisieren“ und auf die Negativbewertung von multiethnisch zusammengesetzten Weltanschauungsgemeinschaften auszudehnen. Dahinter steckt nicht nur wissenschaftlich unhaltbare terminologische Verwilderung, sondern der Versuch, a) durch diesen analytisch verfehlten semantischen Transfer einen ideologischen Diffamierungsmehrwert zu erzielen und sich gleichzeitig auch noch b) um die Prüfung der Angemessenheit der Negativbewertung herumzumogeln.

Der Gipfelpunkt der Verwandlung des Rassismusbegriffs in eine reine Diffamierungskeule ist dann erreicht, wenn jede Form der Kategorisierung von Menschen nach gruppenbezogenen Merkmalen und deren kritische Bewertung als „Rassismus“ gebrandmarkt wird. Damit soll offensichtlich zweierlei erreicht werden: Zum einen die absolute Immunisierung bestimmter Gruppen vor Kritik und zum anderen die – ihrerseits „rassistische“ (demagogische) – Konstruktion einer Gruppe von „feindlichen Kritikern“/ „Rassisten“. („Semantischer Totalitarismus“)

Im Kontext der aktuellen Debatten zum Migrations-Integrations-Komplex hat der Rassismusbegriff längst seinen Status als wissenschaftliche Kategorie eingebüßt und ist zum
Schlag-Wort eines politisch-ideologischen Bürgerkriegs verkommen.

(Hartmut Krauss, Juli 2011)

Kommentar GB:

https://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/SVP-Nationalrat-Addor-Notorisch-islamfeindliche-Meinungen

Dank eines Gerichts in der Schweiz wissen wir nun, daß der Islam eine menschliche Rasse ist (s. o.).

Juristen sind wirklich kluge, informierte und gebildete Leute, das muß man ihnen lassen.

Kommentar H. K.:

In der Tat zeigt dieses Urteil zum einen die kognitive plus ideologische Verkommenheit der Richter, eine hasserfüllte bzw. sarkastische Aussage gegen Muslime, die zweifellos in dieser vorgebrachten Form kritikwürdig ist (ob justiziabel, sei dahingestellt),  als „Rassendiskriminierung“ zu klassifizieren.

(Zur Kritik der unreflektiert-inadäquaten Verwendung des Rassismusbegriffs bzw. zu dessen Transformation in eine reine „Diskriminierungskeule“ siehe http://www.gam-online.de/text-begriffserklarung.html)

 

Dabei bleibt einmal mehr ausgeblendet,  dass a) das „heilige Buch“ der Muslime (Koran)  in relevanten Teilen eine extremistische Schmähschrift gegen Ungläubige/Nichtmuslime ist – garniert mit unverhohlen Mordaufrufen (siehe hierzu:  http://www.gam-online.de/Bilder/Islam%20und%20Ungl%C3%A4ubige%206-2014.pdf   und https://www.atheisten-info.at/downloads/Krauss41.pdf) und b) die hohe Zahl  weltweit verübter  islamisch motivierter Gewalttaten/Terroranschläge, „Ehrenmorde“ etc. eine real-ursächliche Grundlage für die re-aktive Verbreitung antiislamischer Einstellungen inklusive entsprechender emotionaler Wertungen ist.

(Hierzu nur ein aktuelles Beispiel:   https://www.bz-berlin.de/tatort/menschen-vor-gericht/syrischer-putzmann-soll-bomben-anschlaege-geplant-haben)

 

Zum anderen zeigt dieser Fall erneut, dass Islamkritik, die in rechte weltanschaulich-politische  Diskurse eingebettet ist, dem Anliegen einer fortschrittlich-demokratischen und säkular-humanistischen Kritik an der islamischen Herrschaftskultur („Aufklärung 2.0“) kontraproduktiv entgegensteht und den antiislamkritischen Kräften/Islamapologeten in die Hände spielt.

 

Siehe hierzu:

http://www.gam-online.de/text-Wiener%20Appell.html

https://frankfurter-erklaerung.de/2019/05/der-islam-und-seine-komplizen-stehen-rechts-2/