FreitagsbriefMedienspiegel

Die identitätspolitische Kulturrevolution verändert Deutschland

Christian Jakob

Der Publizist Christian Jakob ist Redakteur bei der „tageszeitung“. In einem heute erschienenen Aufsatz analysiert er die gegenwärtig stattfindende identitätspolitische Kulturrevolution in Deutschland und anderen westlichen Gesellschaften, für die auch Aktivistinnen wie die taz-Mitarbeiterin Hengameh Yaghoobifarah stünden. Diese Aktivisten hätten bereits die Hegemonie in meinungsbildenden Institutionen erlangt, was nicht nur den Journalismus, sondern die ganze Gesellschaft radikal verändern werde. Dies erzeuge auch bei Linksliberalen der älteren Generation zunehmend Besorgnis.1

Christian Jakob: Die identitätspolitische Kulturrevolution verändert Deutschland

siehe hierzu ergänzend:

Christian Jakob in der Taz zu dem Konflikt zwischen „klassischen linken Positionen“ und „Intersektionalismus“

und

The New Truth

When the moral imperative trumps the rational evidence, there’s no arguing

by Jacob Siegel

June 22, 202

https://www.tabletmag.com/sections/news/articles/new-truth-rationalism-religion?mktcid=nled&mktcval=123_2020-06-25&kid=_2020-6-25&trco=

Douglas Murray: Der Wahnsinn der Massen

Die „Postmoderne“ als Realität und Ideologie

Wie der Postmodernismus die Aufklärung abwickelt

Die Zerquotung der Hochschulen

Kommentar GB:

Als Altlinkem ist mir völlig unverständlich, was an diesen typisch postmodern-intersektionalistischen Ideologien eigentlich „links“ sein soll. Ich halte das schlicht für irrationalistischen Unsinn.

Die Postmoderne mitsamt ihren ideologischen Derivaten ist überhaupt nicht links, sondern schließt philosophisch an Nietzsche an; an Foucault wird das sichtbar (vgl. hierzu: Werner Seppmann). Deshalb hat all dies m. E. weder etwas mit der Frankfurter Schule im besonderen, noch mit dem Marxismus im allgemeinen etwas zu tun: das ist vielmehr eine  Unterstellung aufgrund einer Rezeption der postmodernen französischen Philosophie (Lyotard, Derrida, Foucault, u.a.) in den USA, die im dortigen gesellschaftliche Umfeld zu dem irreführenden Begriff des „Kulturmarxismus“ geführt hat, der jetzt zunehmend als rechter Kampfbegriff auftaucht. Aber statt von „Kulturmarxismus“ wäre zutreffend  von postmoderner Ideologie zu sprechen.

Daß ehemals altlinke Parteien, oder solche, die in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch als links im traditionellen Sinne gelten, solche postmodernen Ideologieversatzstücke (Feminismus, Genderismus, Islamophilie, Multikulturalismus, Diskriminierung / Intersektionalität, usw.) gebündelt übernommen haben, also sich selbst postmodernisiert und irrationalisiert haben, das zeigt zum einen ihren rapiden geistigen Verfall, zum anderen bietet dieser Sachverhalt die Grundlage dafür, daß einem rechten Kampfbegriff wie „Kulturmarxismus“ überhaupt öffentlich Plausibilität zugesprochen werden kann.