FreitagsbriefMedienspiegel

Geopolitik: Spiel mit dem Feuer

Steve Bannon ruft Europa zum «heissen Krieg gegen China» auf

Red. / 18. Jun 2020 –

In der «Welt» fordert der US-Agitator die «Abkoppelung von China». Die deutsche FDP und Bündnis90/Die Grünen unterstützen ihn.

https://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Steve-Bannon-ruft-Europa-zum-heissen-Krieg-gegen-China-auf

Kommentar GB:

Die USA sind im engen aber widersprüchlich-antagonistischen Bündnis mit Saudi-Arabien (Öl-Ressource; Islam) seit 1989 die einzige Weltmacht.

Das abgestiegene Rußland befindet sich seit dem Zerfall der Sowjetunion in der zweiten Reihe, erholte sich jedoch unter Putin als selbständige Macht, was als sein großes historisches Verdienst bleiben wird. China ist heute auf dem von Deng eingeschlagenen und von Xi weiterverfolgten Wege (Neue Seidenstraße) die aufsteigende Macht, an die Rußland sich mehr oder minder zwangsläufig anschließt. Man muß dabei bedenken, daß China sein Wachstumspotenzial in jeder Hinsicht erst teilweise ausgeschöpft hat und weiterhin auf allen Feldern über beträchtliche Entwicklungspotentiale verfügt, die tatsächlich zügig genutzt und aktiviert werden. Eben das schürt die Sorgen der Vertreter der derzeit einzigen Weltmacht. Die positive Entwicklung der beiden Rivalen soll mindestens möglichst weitgehend behindert und verlangsamt werden, mögliche Maximalziele, z. B. regime change, werden darüber hinausgehen.

Zusammen bilden die beiden eurasischen Mächte ein wachsendes Gegengewicht zur hauptsächlich seegestützten globalen Dominanz der USA; die EU ist geopolitisch und außenpolitisch ein halbautonomes US-Terrain, militärisch im Grunde ein Protektorat (NATO), das aus US-Sicht von Rußland getrennt gehalten werden muß. Europa muß aus Sicht der Seemacht gespalten bleiben und wird auch deshalb gegen Rußland und China in Stellung gebracht, wobei interne politische US-Differenzen zwischen Parteien zurücktreten. Daher werden die beiden eurasischen Mächte unter Druck gesetzt: Rußland an seinen Westgrenzen, China zur See vor seinen Küsten, auf der koreanischen Halbinsel, in Hongkong und in seinen muslimisch beeinflussten Westprovinzen (Uiguren) sowie nicht zuletzt mit handelspolitischen und diplomatischen Mitteln. –

Hierzu:

https://www.cuncti.net/politik/1178-geopolitik-und-strategische-strukturen

und

Das Große Spiel – Geopolitische Strukturen und Entwicklungen