Medienspiegel

Eskalation zwischen China und Indien

Friedliche Koexistenz oder atomares Inferno am Himalaja?
von Dr. Matin Baraki*, Marburg

„Von der Weltöffentlichkeit wegen der Corona-Pandemie unbemerkt, entwickelt sich eine gefährliche Hochspannung am Himalaja. So könnte man die aktuelle Situation zwischen den beiden Atommächten Volksrepublik China und der Republik Indien zusammenfassen. Seit Anfang Mai lassen China und Indien zusätzliche Truppen entlang der gemeinsamen Grenze aufmarschieren. Das Gebiet liegt in 4000 Metern Höhe in Ladakh, das Indien als Teil Kaschmirs ansieht. China besetzte östlich von Ladakh das indische Gebiet und benannte es einfach in «Aksai Chin» um.1 Der Grenzverlauf, ein Erbe der britischen Kolonialmacht, ist nicht nur hier, sondern an vielen Punkten im Himalaja umstritten. Der von beiden Seiten nolens volens tolerierte Verlauf der Grenze wird als die «Line of Actual Control» (LAC) bezeichnet.2 “ (…)

https://www.zeit-fragen.ch/archiv/2020/nr-15-14-juli-2020/eskalation-zwischen-china-und-indien.html

Kommentar GB:

Aus globaler Sicht ist zunächst auf den Druck auf Rußland und China aus allen Richtungen seitens der einzigen Weltmacht hinzuweisen. Daher scheint die Aktualisierung dieses für keine Seite wirklich relevanten Teilkonflikts zwischen Indien und China eher in die Kategorie der taktischen Nadelstiche zu fallen, sozusagen als Begleitmusik zu dem marinen Konflikt im südchinesischen Meer, der für China vergleichseise essentiell ist, weil dort seine Versorgungsrouten zur See verlaufen; nicht zuletzt mit Erdöl aus dem Iran, ein Land, das Rußland und China taktisch verbunden ist.