Gender Mainstreaming. Die Abschaffung der gleichen Rechte für Frauen

31. Januar 2014

Dr. Gudrun Eussner

Gender Mainstreaming. Die Abschaffung der gleichen Rechte für Frauen

Es beginnt mit dem Begriff Homophobie. Er ist eine griechisch-römische Zusammensetzung und heißt übersetzt: Angst bzw. Furcht vor Männern. Zwar bedeutet homo auch Mensch, aber im Lateinischen sind beide Bezeichnungen identisch, ebenso im Gotischen guma und Althochdeutschen  gomo, Mensch = Mann, wie Schüler auf der Seite 242 des Kleinen Stowasser der Auflage von 1958 lernen. Im Begriff Bräutigam ist gomo bis heute erhalten, der Mann der Braut. Diese Einschränkung besteht bis in die Gegenwart fort, sie umfaßt im Deutschen auch den Begriff Junge, der mancherorts mit Kind gleichgesetzt wird. So fragt man auf dem ostwestfälischen Lande bei einer Geburt: Es dat n Kuind oder n Wicht? Mit Wicht bezeichnet man in diesem Fall nicht eine verachtete männliche Person, wie der Duden meint, sondern ein Mädchen, aber das könnte auf das gleiche hinauslaufen.

Wenn man die heute ebenfalls geläufige Bedeutung von Phobie = Aversion, Verschmähung, Zurückweisung (Stowasser, Seite 83) hinzu nimmt, so ist Homophobie eine Zurückweisung von Männern, hier eingeengt auf homosexuelle Männer. Es fällt auf, daß sich die angeblich zurückgewiesenen mit allen Männern, gar mit allen Menschen gleichsetzen. Aus dem Begriff geht das nicht hervor, es ist bereits durch die Sprache eine Anmaßung.

Frauen sind schon von der Begriffsbestimmung her ausgeschlossen, was aber einige von ihnen nicht hindert, sich stellvertretend in den Kampf einzubringen. Seinerzeit kämpfen sie für die Abschaffung des § 175 STGB, aus dem Jahr 1871, der Homosexualität bei Männern (!) unter Strafe stellt. Frauen sind dem Patriarchat in diesem Zusammenhang noch nie wichtig gewesen und bis heute uninteressant, trotzdem lassen sie sich einspannen oder drängen sich gar auf und setzen sich ein für die angeblich auch sie betreffende Angelegenheit.

Diese Frauen sind durchweg Lesben, die ihr Leben lang darunter leiden, kein Mann zu sein. Judith Butler ist eine von ihnen, eine andere ist die 56-jährige österreichische Grünenabgeordnete des Europaparlaments Mag.a Ulrike Lunacek, von bösen Zungen Kampflesbe genannt. Am 4. Februar 2014 soll im Europaparlament der nach ihr benannte Lunacek-Bericht „über den EU-Fahrplan zur Bekämpfung von Homophobie und Diskriminierung aus Gründen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität (2013/2183(INI)“ ohne Debatte verabschiedet werden, teilt die Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur e.V. (DVCK), am 30. Januar 2014, auf ihrer Website mit, europaweit sollten massive Sonderrechte für LGTBI-Personen durchgesetzt werden. „Die EU-Parlamentarier Martin Kastler und Markus Ferber (beide CSU) sowie Peter Liese (CDU) werden nicht für den Lunacek-Bericht stimmen, sondern eine alternative Resolution unterstützen, die von der EVP-Fraktion des  Europaparlamentes eingebracht wird,“ weiß das Christliche Informationsforum MEDRUM, am 30. Januar 2014.

Die Vorlage der Ulrike Lunacek führt zur Ausgrenzung der Heterosexuellen und zur Kriminalisierung derjenigen, die nicht der Ideologie der „sexuellen Vielfalt“ folgen. Es geht um die Abschaffung der Meinungs- und Religionsfreiheit. Es wäre die altbekannte und für überwunden gehaltene Herrschaft der Minderheit über die Mehrheit, in Rußland hieß sie Bolschewismus.

Bemerkenswert ist der Eifer, den lesbische Frauen aufwenden, die Interessen der homosexuellen Männer durchzusetzen, als wenn sie sich einbildeten, von denen dann endlich als gleichwertig anerkannt zu werden. Leider ist dem nicht so, niemand steht den Frauen, auch den lesbischen Frauen, ferner als homosexuelle Männer. Heteros sind bedürftig, sie wollen etwas von Frauen, mit ihnen schlafen, eine Familie gründen, Kinder in die Welt setzen. Sie sind auf die Frauen angewiesen, auf Zuneigung, Verständnis, Liebe. Homosexuelle Männer haben einen solchen Bedarf nicht. Die einzige Frau, die ihnen aus vielerlei Gründen in ihrem Leben zu schaffen macht, ist ihre Mutter. Die Lesben werden von ihnen zur Durchsetzung ihrer Ziele benutzt. Schlimm ist es, daß die das nicht einmal merken, sondern sich geehrt fühlen.

Auch die Gegner der Aktivitäten der LGBTI-Vereinigungen, wie jetzt im Appell Keine Sexualisierung der Kinder in der Grundschule merken nicht deren Stoßrichtung, sie sehen nicht, wer in diesen Vereinigungen bestimmt, nämlich die Männer. Die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ ist nicht das Ziel, sondern ein Mittel der Indoktrinierung der Kinder vom Kindergartenalter an, Ziel ist die Sicherung der Männerherrschaft. Ein Blick auf das Treiben bei den Demonstrationszügen der CSD-Veranstaltungen zeigt es deutlich. Die Mehrheitsgesellschaft wird dort mit den Anmaßungen der Männer konfrontiert. Die mitlaufenden Lesben passen nicht dorthin, aber sie müssen sich anscheinend anbiedern, um von Männern anerkannt zu werden. Das Mittelalter war da schon weiter.

Im Rahmen der vom Berliner Senat beschlossenen Initiative „Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ werden Kinder ab dem ersten Grundschuljahr aus dem Koffer indoktriniert, wie sie Homosexualität, Bisexualität, Transsexualität und „sexuelle Vielfalt“ aufzunehmen und zu akzeptieren haben. Im Artikel Der Gesinnungslehrplan und seine Grundlagen habe ich in einem der Updates darüber berichtet. Auch in Berlin ist eine Frau Vorreiterin. Conny Kempe-Schälicke, aus der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, unter ihrem Chef, dem Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), ist dort Frau fürs Grobe.

Barbara Rosenkranz klärt die Leser am 12. August 2011 im Artikel Gender-Ideologie als Volkschulschulfach darüber auf, wem die Berliner die allgemeine Verunsicherung ihrer Gören verdanken: „Entwickelt hat den Bücher-Koffer die Gruppe ‚Queerformat‘, ein Zusammenschluss zweier Berliner Vereine für ‚lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Lebensweisen‘. Die Vereinsmitglieder sind davon überzeugt, dass bereits Kleinkinder ihre Homo- oder Transsexualität spüren können. Aus diesem Grunde soll auch bereits ein entsprechender Koffer für die Kindergärten in Planung sein.“ Warum nicht gleich für die Neugeborenen im Kreißsaal?

Queerformat nennt sich selbst Bildungsinitiative. Sie ist das KomBi Team. Die dort tätigen Frauen sind schon äußerlich zu erkennen als solche, die lieber Männer wären, und die dem Sisyphos gleich ihren Anspruch, von den Männern anerkannt zu werden, den Hang hochschleppen. Sie nennen den Stein Gender-Kompetenz. Mädelz, dem wird nie so sein, Ihr seid und Ihr bleibt Mägde. Die Schwulen brauchen Euch nicht. Ihr dient ihnen als Alibi. Sie würden ihr Projekt der Männerherrschaft nie so glatt durchbringen, wenn Ihr nicht wäret, aber sie schafften es auch allein.

Ihr glaubt mir nicht? Dann schaut Euch an, was abläuft. Schaut aufs Blog des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschlands (LSVD), seht das Logo: respekt, das Graffiti mit dem Symbol für den Mann. Lest den ersten Artikel dort: Es geht immer um Schwule und um Lesben, die sein wollen wie Männer: Gay Folks Movement schickt schwul-lesbisches Kosmonauten Team ins All. Es beginnt damit, daß als „gay“ zunächst Schwule bezeichnet werden, daß Lesben erst später darunter subsumiert werden, es geht weiter damit, daß Valentina Lesbieschkowa sein will wie der Mann. Sie verleugnet ihre Weiblichkeit. Schwule verleugnen niemals ihre Männlichkeit, im Gegenteil, sie verfremden oder parodieren die Frauen. So weiblich wie Frauen imitierende Männer, von Transsexuellen nicht zu reden, können Frauen niemals aussehen. Aber nie sieht eine Lesbe auch nur von weitem aus wie ein Mann.

Vom 1. Mai bis 7. Juni 2013 finden in Osnabrück, der Friedensstadt, die 35. schwul-lesbischen Kulturtage statt. Der Flyer mit dem Programm steht im Internet: Haben wir die Wahl? Das Motto lautet Gay in may, Gay groß, may klein, und auf 60 Seiten spult das Männerprogramm ab, ein Programm für Männer, erarbeitet von Frauen und Männern: Suversiv-perverse Aktion, Gaypeople events, tom Sauna.

Gay ist geil!

21 Seiten sind nur den Männern, neun nur den Frauen, 26 Seiten sind beiden gewidmet, und vier, die sich auch an Heteros richten könnten, beziehen sich unspezifisch auf die Teilnehmer der Kulturtage. Von den Frauen betreffenden Seiten zeigen zwei besonders deutlich, worum es bei dem LGBTI-Projekt geht: um Männer und um Frauen, die sein wollen wie Männer, und um Mädchen, die angeblich wie Jungen sein wollen. Mit der Wahrung von gleichen Rechten für Frauen hat das alles nichts zu tun.

Am 13. Mai gibt’s den französischen Film Tomboy, ein „Drama“, in Frankreich ist das zugelassen für Kinder ab acht. Auf der Berlinale 2011 bekommt der Film einen Teddy für die beste Regie. „Der Begriff ‚Tomboy‘ bezeichnet ein Mädchen, das sich wie ein Junge kleidet, fühlt und benimmt.“ Wieder eine Begriffsschöpfung, die gesetzt wird, als hätte es den Begriff schon immer gegeben. DIE ZEIT kriegt sich nicht ein: „einfühlsam, eindrucksvoll und wunderbar natürlich“, wird sie auf der Website AlamodeFilm zitiert, und: „Für ihre Familie bleibt sie Laure, doch für die anderen Kinder ist sie Michael, der rauft, Fußball spielt, und in den sich die hübsche Lisa verliebt. Laure kostet ihre neue Identität aus, als ob der Sommer ewig so weitergehen könnte.“

Ein Blick auf die Hauptdarstellerin, von der es bei Alamode mehrere Fotos gibt, und man fragt sich, für wie blöde die Zuschauer gehalten werden. Ich habe schon lange kein so charmantes kleines Mädchen gesehen. Wie Jungen die für ihresgleichen halten können, das weiß nur die Regisseurin Céline Sciamma. Wenn ich für jedes mir jemals bekannte kleine Mädchen, das im Laufe seiner Kindheit irgendwann lieber ein Junge sein möchte, mich eingeschlossen, zehn Euro kriegte, könnte ich mir ein gepflegtes Dîner im ersten Restaurant Perpignans leisten.

Wenn man dann bei Google sucht, weil es interessant ist, wer die Lobeshymne in der ZEIT geäußert hat, heißt es auf ZEIT ONLINE: „Zu Ihrer Suche nach tomboy ‚einfühlsam, eindrucksvoll und wunderbar natürlich‘ gab es leider keine Treffer.“ Die Website ist eben à la mode, sie entspricht wie das ganze Gender-Theater dem Zeitgeist. Hochstapeln und Lügen ist da inbegriffen.

Am Dienstag, den 14. Mai, ist Queerkneipe + Film: „Man for a Day“, heißt es: „Katarina Peters beobachtete den Verlauf eines Berliner Workshops von [Gender-Aktivistin] Diane Torr, in dem eine Gruppe aufgeschlossener Frauen sich mit den Geheimnissen des Mannseins vertraut macht. Was macht einen Mann zum Mann, was eine Frau zur Frau? Wo und wann wird die geschlechtliche Identität formatiert? Was ist natürlich, was ist antrainiert?“ Es seien Labor-Experimente mit offenem Ausgang. Tja, da könnte doch die in ihrer Ehe gefrustete Hetero-Frau noch ganz neue Möglichkeiten für sich entdecken, und vor allem könnten die den Workshop bevölkernden Lesben ihren Traum verwirklichen, eine Hetero-Frau zu bekehren, das höchste der Gefühle, dem nie erreichten Mann eine Frau auszuspannen, einen Sieg über den Mann zu erringen. Darum steht im Programm, die Veranstaltung sei für Lesben und andere Frauen.

Da Diane Torr nicht ganz dem Männlichkeitsideal der lesbischen Kulturtage-Macherinnen entspricht, wird nicht sie, sondern ein kesser Vater neben einem Mann auf der Programmseite abgebildet, wahrscheinlich ist es ein Foto aus dem Film.

Seite 34 und 35 des Flyers sind Ulrike Lunacek gewidmet, sie erhält am 23. Mai 2013 den 22. Preis für Rosa Courage. Für die Preisverleihung gibt sich der Bürgermeister Burkhard Jasper (CDU) in Vertretung des nicht vorhandenen Oberbürgermeisters her. Bis Februar 2013 ist der Sozialdemokrat Boris Pistorius OB, er wechselt in die niedersächsische Landesregierung. Die CDU verantwortet die Kulturtage, der Bürgermeister begibt sich mit passender rosa Krawatte, auf Facebook zu bewundern, begeistert ins LGBTI-Getümmel.

Für diese Partei, die sich dank der Bundeskanzlerin Angela Merkel nach&nach aller Werte entledigt, könnte man ein auf den Islam gemünztes Zitat von Hans-Peter Raddatz abwandeln. Das Original aus dem Buch Der Islam: Im Spannungsfeld von Konflikt und Dialog, Seite 56, lautet so:

„Die Dynamik dieser ‚gerichteten Unschärfe‘ erzeugt eine wachsende Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit, in der sich der Wettbewerb um islamisch korrektes Sprechen und Verhalten zunächst weiter verstärkt. Die muslimischen Profiteure erkennen die epochale Chance und treiben ihre Förderer zu ständig neuen Zugeständnissen an, beißen allerdings auch die sie nährende Hand, sobald zentrale Interessen wie das Gesetz Allahs tangiert sind. Die Vertreter dieses surrealen ‚Dialogs‘ werden zu Gefangenen der eigenen Ideologie, indem sie in fortwährender Spiegelung mit ihrem Heilsobjekt dessen Konturen übernehmen, um die Palme der islamischen Korrektheit zu erringen. Da sie sich dabei illegitime Kompetenzen aneignen, indem sie die Geltung ihres Proislamismus auf den gesamten Rechtsstaat ausweiten wollen, werden sie für diese Staatsform zu einem wachsenden Problem.“

Man ersetze „islamisch“ bzw. „muslimisch“ durch schwul-lesbisch, „Allah“ durch „sexuelle Vielfalt“ und „Proislamismus“ durch „Pro-Homosexualität“:

Die Dynamik dieser ‚gerichteten Unschärfe‘ erzeugt eine wachsende Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit, in der sich der Wettbewerb um schwul-lesbisch korrektes Sprechen und Verhalten zunächst weiter verstärkt. Die schwul-lesbischen Profiteure erkennen die epochale Chance und treiben ihre Förderer zu ständig neuen Zugeständnissen an, beißen allerdings auch die sie nährende Hand, sobald zentrale Interessen wie das Gesetz der „sexuellen Vielfalt“ tangiert sind. Die Vertreter dieses surrealen ‚Dialogs‘ werden zu Gefangenen der eigenen Ideologie, indem sie in fortwährender Spiegelung mit ihrem Heilsobjekt dessen Konturen übernehmen, um die Palme der schwul-lesbischen Korrektheit zu erringen. Da sie sich dabei illegitime Kompetenzen aneignen, indem sie die Geltung ihrer Pro-Homosexualität auf den gesamten Rechtsstaat ausweiten wollen, werden sie für diese Staatsform zu einem wachsenden Problem.

Burkhard Jasper führt diesen surrealen Dialog mit den Vertretern von Wunsch statt Wirklichkeit, sein Grußwort zu den Kulturtagen paßt bestens. Es verginge ihm sicher Hören&Sehen, wenn er in Ruhe nachdächte, welcher Farce er aufsitzt. Dazu bräuchte er nur einen Blick in den Flyer zu werfen, Datum: Donnerstag, 23. Mai 2013. Unter dem Foto der strahlenden EU-Ulrike fände er das des musikalischen Duos „Nada!“ Das sind Natalia Kowalczyk & Dany Ahmad. So stellt man sich bei den Schwulen und „Kampflesben“ à la Ulrike Lunacek die Rollenverteilung bei einem Paar vor: Der Mann steht aufrecht und blickt selbstbewußt in die Weite, die Frau lehnt sich schwach und mit geschlossenen Augen Rücken an Rücken an ihn an. Besser könnte die Verachtung von Frauen, die sich mit Männern zusammentun, und sei es nur zu einem Konzert, nicht dokumentiert werden. Der Wille der Ulrike Lunacek zur Durchsetzung von Rechten der Männer gegen die der Frauen könnte mit Worten nicht treffender beschrieben werden.

Quelle:

https://eussner.blogspot.com/2014/01/gender-mainstreaming-die-abschaffung.html

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