FreitagsbriefMedienspiegel

„Grundzüge des Islam“ in kritischer Sicht

Rezension von

Tilman Nagel – „Was ist der Islam? Grundzüge einer Weltreligion“

Armin Pfahl-Traughber

21. Jul 2020

Der bekannte Islamwissenschaftler Tilman Nagel legt mit „Was ist der Islam? Grundzüge einer Weltreligion“ eine beschreibende Darstellung in Kombination mit einer kritischen Sicht vor. Gerade die Betonungen eines Gegensatzes zu einer säkularen Perspektive machen das Buch interessant, wobei der Autor hier mitunter zu Pauschalisierungen oder Überzeichnungen neigt.

https://hpd.de/artikel/grundzuege-des-islam-kritischer-sicht-18284

Tilman Nagel, Was ist der Islam? Grundzüge einer Weltreligion, Berlin 2018 (Neuausgabe 2020) (Duncker & Humblot-Verlag), 695 Seiten, 39,90 Euro

Prof. Dr. Dipl.-Pol., Dipl.-Soz. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl, Lehrbeauftragter an der Universität Bonn und Herausgeber des „Jahrbuchs für Extremismus- und Terrorismusforschung“. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Antisemitismus, Extremismus, Ideengeschichte, Religion, Terrorismus und Totalitarismus. Er ist Mitglied im Unabhängigen Arbeitskreis Antisemitismus des Deutschen Bundestages und im Beirat des Bündnisses für Demokratie und Toleranz.#
https://de.wikipedia.org/wiki/Armin_Pfahl-Traughber

Staatsdiener Armin Phahl-Traughber rezensiert Tilman Nagel

Hartmut Krauss

Armin Pfahl- Traughber war – wie bereits dargelegt – Referatsleiter der Abteilung Rechtsextremismus beim Bundesamt für Verfassungsschutz und lehrt an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung.  Also ein staatskonformer Geistesbürokrat (um diesen Begriff aus der Stalinismusforschung zu übernehmen) par excellence, dessen Aufgabe es ist,  die Einhaltung des herrschaftskonformen Diskurses zu überwachen und „rote Linien“ für gerade noch erlaubte Gesellschafts- und Staatskritik zu ziehen.

Zugleich fungiert er als Chefrezensent/Zensor in der  von Rot-Rot-Grün domestizierten säkularen Verbandsszene und deren Sprachrohr hpd. Hier liegt ein Schwerpunkt seiner Auslassungen in der Festlegung der politisch-korrekten Grenzen, in denen Islamkritik  artikuliert werden darf. D.h. Es geht um die Verwässerung kritisch-wissenschaftlicher Islamanalyse.

Um die Eckpunkte dieses verordneten Islambildes hier nur kurz anzudeuten: 

Den Islam gibt es nicht; der Islam ist reformierbar; es besteht ein inhaltlich-dogmatischer Wesensunterschied zwischen Islam und Islamismus bzw. dem „politischen Islam“; Islamkritik darf „Reformmuslimen“ nicht weh tun; nicht zuletzt wird  Kritik an Muslimen schnell als „Antimuslimismus“ diffamiert. (Hervorhebung GB)

Auch ich war Objekt seiner zensierenden Bertachtung. Eine Kostprobe (Dass er meinen Namen nicht richtig schreibt, ist nicht von Belang.) :

„Kraus legt ein überaus diskussionswürdiges und informatives Werk zu einem aktuellen Thema vor. Überzeugend kritisiert er bedenkliche Grundprinzipien von Islam und Islamismus und weist auf die damit zusammenhängenden Gefahrenpotentiale für die offene Gesellschaft hin. Hierin liegt zweifellos das nicht zu unterschätzende Verdienst dieser Veröffentlichung. Gleichwohl verstören auf den unterschiedlichsten Ebene eine Reihe von Aspekten: Nicht immer bewegt der Autor sich auf der Höhe des Forschungsstandes und nutzt hier und da auch etwas unkritisch zweifelhafte Literatur (z.B. Raddatz, Ulfkotte). Häufig spricht Kraus von den „Freunden des Islam“ (S. 10) und einer „gesteuerten öffentlichen Debatte“ (S. 249) als Gegenkräften zu seiner Position, wobei mit solchen Formulierungen ohne genaue Belege doch etwas überzogen wird. Wer sollen die postulierten „Freunde des Islam“ in Kirchen, Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sein? Derartige Bilder wirken – zumindest ohne genaue Erläuterungen – mitunter doch etwas sehr vereinfachend.“

Diese Frage finde ich von heute aus betrachtet richtig niedlich: „Wer sollen die postulierten „Freunde des Islam“ in Kirchen, Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sein?“ (Hervorhebung GB)

Will man das Versagen der säkularen Verbandsszene auf dem Gebiet der Islamkritik als  Hauptgegenstand heutiger Religionskritik verstehen, kommt man an Pfahl-Traughbers „Diskurs-Dekreten“ nicht vorbei.

(Von Ulfkotte hatte ich übrigens nur ein Zitat von Hassan al-Banna übernommen, was dann bereits  zur Rüge des Rezensenten führte.)

Was Pfahl- Traughber augenscheinlich nicht kennt:

Tilman Nagel: „Der Islamismus hat mit dem Islam nichts zu tun“ – eine westliche Illusion. In: Tumult Frühjahr 2020, S.51

Anmerkung R. I. :

“Auch der „Islam“-„Islamismus“-Kontext wird nur randständig angesprochen”

Das allein zeigt die Inkompetenz des Rezensenten…

Hierzu:

24. Januar 2012
Islamismus ist Bimsstein

Liebe Freunde!

Wißt Ihr, was Islamismus ist? Experten wie Ayatollah Ruhollah Khomeini, Mahmud Ahmadinejad, Michael Kiefer, Wolfgang Benz, Juliane Wetzel, Olaf Farschid, Armin Pfahl-Traughber, Guido Steinberg, Gudrun Krämer, Sabine Damir-Geilsdorf – in der Reihenfolge ihres Auftretens in den ersten zwei Seiten zum Thema „Antisemitismus im Islamismus“ des neuesten Antisemitismusberichts Drucksache 17/7700, Seiten 40f. – erklären es dem Deutschen Bundestag und der staunenden Bevölkerung, allen voran den Muslimen selbst. Sie hätten es nicht gewußt. Sie lernen von ihrem Lider Recep Tayyip Erdogan: Islam ist Islam. Für ihn sowie für alle ernstzunehmenden Islamwissenschaftler gibt es weder moderaten Islam noch Islamismus.

Diese Experten, die ihr Geld nicht wert sind, definieren Islamismus so: Islamismus ist „eine politische Ideologie, wie sie einschlägige islamistische Organisationen oder Staaten verkörpern.“

Und Seife ist, wenn man keine hat, nimmt man Bimsstein.

Armes Deutschland! Es schafft sich täglich weiter ab!

https://eussner.blogspot.com/search?q=Armin+Pfahl-+Traughber+

Anmerkung G. E.:

https://eussner.blogspot.com/2018/10/tilman-nagel-was-ist-der-islam-rezension.html

https://eussner.blogspot.com/2016/06/hans-peter-raddatz-allah-im-wunderland.html

von Dr. Gudrun Eussner

Armin Pfahl-Traughber rezensiert „Allah und die Juden“

Aus gegebenem Anlaß!

https://eussner-archiv.blogspot.com/2020/04/armin-pfahl-traughber-rezensiert-allah.html

Armin Pfahl-Traughber rezensiert „Allah und die Juden“

Bücher mit guten Absichten und wichtigem Anliegen müssen nicht immer gute Bücher sein. Ein Rezensent, der im ersten Satz, noch bevor er überhaupt mitteilt, worum es geht, seine Ablehnung des Buches äußert, der ist nicht ernstzunehmen, auch wenn er beim Verfassungsschutz arbeitet oder gar als Lehrbeauftragter der Universität Bonn – oder vielleicht gerade deswegen?

Was das für die Einschätzung des Verfassungsschutzes bzw. dieses seines Mitarbeiters bedeutet, ist klar, nicht wahr? Herangehen an die Informationen als parti pris, mit Vorurteil und Vorverurteilung. Das läßt für die Beobachtung der Islamisierung unseres Landes nichts Gutes ahnen.

Der Rezensent äußert darüber hinaus nicht nur Ablehnung, sondern seine Verachtung des Autors, repräsentiert in den Vokabeln „gute Absichten“, „wichtiges Anliegen“. Manche schreiben auch „echtes Anliegen“, womit man jemanden erledigen kann, vor allem sich selbst. Im Grunde hätte ich hier die Lektüre der Rezension bereits beenden können.

Ab dem zweiten Satz schildert der Rezensent in seiner Einseitigkeit und Rechthaberei, welchen Inhalt er sich vorstellt für das Buch, und es setzt Schelte an Hans-Peter Raddatz, daß er das Buch so nicht geschrieben hat. Die Süffisanz des Autors zieht sich durch den ganzen folgenden Text: Das Buch „möchte“ drei Fragen nachgehen. Der Autor kann aber wahrscheinlich nicht bis Drei zählen, on s´en doute ! Ab dem zweiten Drittel kommt der Rezensent auf den Inhalt des Buches zu sprechen, da weiß aber der Leser schon, daß es sich um einen mißratenen Versuch handelt. Zwar will der Autor etwas nachweisen, nämlich „dass die laufende Islamisierung Europas und seine wachsenden Moscheennetze keine Zeitgeisterscheinung, sondern ein tiefgreifender Weltbildwandel von historischem Ausmaß sind“, daß ihm das aber mißlingt, ist klar, nicht wahr?

Hans-Peter Raddatz ist promovierter Orientalist und Volkswirt und vertrat viele Jahre die Interessen von Banken und Unternehmen im Nahen Osten, wie richtig abgeschrieben, und was der Rezensent von sich nicht behaupten kann. Er ist Politikwissenschaftler und Soziologe, Fachhochschulprofessor und demnächst Lehrbeauftragter an der Universität Bonn. Der Sog der Annemarie Schimmel ist gewaltig, wie Dikigoros bestätigen wird. (1)

Des Hans-Peter Raddatz „Verdienst“, so gesteht ihm der Rezensent zu, bestehe darin, auf ein bislang immer noch zu wenig beachtetes Thema aufmerksam gemacht zu haben: den Antisemitismus unter Muslimen. Der ist aber nicht gemeint, sondern vom nach außen gerichteten Antisemitismus der Muslime gegen (!) die Juden ist die Rede, dem Antisemitismus seit dem 7. Jahrhundert d.Z.

Sind wir bis hierher grundsätzlich negativ eingestimmt, läßt uns der Rezensent nicht in unserem Elend verkommen, sondern er weist auf durchaus zutreffende Widerlegungen hin, die von der islamischen Toleranz den Dhimmis (Schutzbefohlenen) gegenüber oder die Darstellung von Cordoba als Modell eines gleichrangigen Miteinanders unterschiedlicher Religionen. Damit nun aber niemand auf die Idee kommt, daß Buch zu kaufen, verbannt er es dahin, wohin es gehört, nach Berlin, in den Reißwolf des Wolf Jobst Siedler jr.: Damit enden aber schon die Vorzüge des Bandes, der aus formalen wie inhaltlichen Gründen allgemein enttäuscht und verärgert. Der Autor wagt es, ein Buch zu schreiben, das den Rezensenten enttäuscht und verärgert, und nicht nur ihn, weiß er: die Enttäuschung und der Ärger sind allgemein.

Ich kenne einen, auf den das zutrifft, mindestens die Verärgerung, die Süffisanz und die Niedertracht einem Autor gegenüber, und das ist Hannes Stein, der im taz-Verschnitt WELT Zeilen schindet, bei denen ich das Kotzen kriege. In dessen Rezension nämlich wird Hans-Peter Raddatz im ersten Satz als Verräter vorgestellt, als ein „ehrenwerter Mann“: (2)

Hier, mit des Brutus Willen und der andern
– Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann,
Das sind sie alle, alle ehrenwert -,
Komm ich, bei Cäsars Leichenzug zu reden.
Er war mein Freund, war mir gerecht und treu;
Doch Brutus sagt, daß er voll Herrschsucht war,
Und Brutus ist ein ehrenwerter Mann.

Um so weit zu sinken wie Hannes Stein, müßte Armin Pfahl-Traughber allerdings erst zum Stein werden, ein Pfahl ist nur aus Holz und schwimmt deshalb oben. So paddelt er also in Irritation, die er dem Autor anlastet, womit er schon die typisch muslimische Opferposition einnimmt: der Autor verwirrt ihn. Aus dieser Haltung heraus folgen nun Schlag auf Schlag: die Kernpunkte nicht klar und sorgfältig herausgearbeitet, den Umgang Mohammeds mit den jüdischen Stämmen? Setzen, Fünf! Kenner der Antisemitismus-Thematik? Setzen, Sechs! Nutzt nicht mal die Forschungsergebnisse! Er ignoriert die auf Wikipedia aufgelisteten Werke des Rezensenten. Hätte er sie gelesen, könnte Armin Pfahl-Traughber das Buch vielleicht empfehlen – aber so?! (3)

Bei den Ausführungen zu den „Protokollen der Weisen von Zion“ stützt der Autor sich etwa auf das fehlerhafte und oberflächliche Buch von Stephan Bronner, das Standardwerk von Norman Cohn taucht in seinem Literaturverzeichnis hingegen nicht auf. Na, wenn er´s sagt! (4)

Nun ist aber das Buch keine Abhandlung über den Antisemitismus Rußlands, Europas, der Deutschen, von Maurice Joly und seinen Dialogen gar nicht zu reden, sondern über den der Muslime aus ihrer Tradition, wie sie im Koran und in den Hadithen dokumentiert und bis heute für die Rechtgläubigen Wort für Wort gültig sind. Der Autor befaßt sich mit den Folgen der im Koran vorkommenden qtl = töten und den 187 Ableitungen, davon 25 im Imperativ: Tötet sie! die Juden und die Christen, die Affen und Schweine. Da hat er sich nun nicht an die Literaturvorgaben gehalten, wie sie ein Wissenschaftler heranzieht, der über deutschen Rechtsextremismus und Antisemitismus arbeitet.

Ein Buch über den Antisemitismus, besser den Judenhaß und die Judenfeindschaft, der Muslime könnte geschrieben werden, ohne daß man überhaupt je etwas vom europäischen Antisemitismus seit der Dreyfus-Affäre wüßte. Welchen Wert hat also die Kritik des Rezensenten?

Auch beim inhaltlichen Kern des Buches moniert Armin Pfahl-Traughber grobe Nachläßigkeiten, so habe der Autor, wenn er auch der Hamas einen eigenen Abschnitt widme, keine Aussagen über die antisemitischen Inhalte ihrer Charta gemacht. Dem ist nicht so, wie man beispielsweise auf der Seite 280 nachlesen kann. Nun ist es auf Grund limitierter Seitenzahl eines Buches leider nicht möglich, umfangreiche Kapitel über die Muslimbrüder, über Sayyed Qutb, Abu Al Aala Al Maududi, Tariq Ramadan und ähnliche islamische Fundamentalisten einzubringen. Jeder interessierte Leser kann sich im Internet informieren und gegebenenfalls Bücher dieser Propagandisten kaufen. Der Bookshop der Islamic Foundation bietet sich dazu an. (5)

Hans-Peter Raddatz widerlegt vor allen Dingen zwei Mythen, erstens, daß es im Islam keinen Judenhaß gibt, und zweitens, daß der heutige Antisemitismus in der islamischen Welt und im Westen lebender Muslime ein Erbe des deutschen Nationalsozialismus ist – unbeschadet einer streckenweise harmonischen Zusammenarbeit. (Hervorhebung GB) Das Buch gibt den Muslimen ihre Verantwortung zurück, wandelt sie von unschuldigen Betern der Ummah in handelnde Individuen, damit Sprüche wie: Was haben wir mit dem Holocaust zu tun, warum müssen wir Gebiete abtreten für Verbrechen, die andere begangen haben? endlich entlarvt werden als das, was sie sind: antisemitische Propaganda zur Durchsetzung politischer Ziele.

Wir müssen auf die Arbeit des Rezensenten warten, der vielleicht einmal eine Auseinandersetzung mit der zentralen antisemitischen Schrift des Sayyed Qutb „Unser Kampf gegen die Juden“ führt; denn Hans-Peter Raddatz tut dies noch nicht einmal ansatzweise. Setzen, Sechs!

Hans-Peter Raddatz ist aber für den Rezensenten noch immer nicht erledigt. Jetzt unterstellt er ihm, daß er andersdenkende (sic!) Autoren pauschal herabwürdigt. Der Trick ist, daß er nicht sagt, um welche Autoren es geht, sondern er begnügt sich mit Schlagworten und der Seitenangabe, wo sie zu finden sind. Auf Seite 71 und 82 wendet sich der Autor gegen das beschönigende Islambild des Bernard Lewis, der damit ganze Generationen von Orientalisten bzw. Islamwissenschaftlern, Islamologen und sonstigen Islampredigern verdorben hat.

Den „irreführenden Klischees“, auf der Seite 11, ist gar kein Name zugeordnet. Da handelt der Autor über den „Dialog mit dem Islam“ und über „Islamophobie“. Zu diesen Begriffen gibt es Heerscharen von Benutzern, der eine kopiert den anderen, und der Kampfbegriff Islamophobie ist eine Erfindung des Ayatollahs Ruhollah Khomeini. Ich meine, den muß man nicht noch herabwürdigen, dieser Verbrecher und Zerstörer eines ganzen wunderbaren Landes hat sich selbst hinreichend herabgewürdigt.

Soweit zur pauschalen Herabwürdigung von andersdenkenden Autoren. Der eine ist Bernard Lewis, der andere der Ayatollah. Nicht alle, sondern viele andere machen sich zum Wegbereiter der Islamisierung Europas, und es ist beunruhigend, daß Armin Pfahl-Traughber in seiner Rezension zeigt, daß diese Tatsache noch nicht zum deutschen Verfassungsschutz durchgedrungen ist. Blindheit und Naivität gegenüber den Bedrohungen bescheinige ich dem Rezensenten, von Polemik kann gar keine Rede sein. Das Buch ist eine Warnung, die offensichtlich bei ihm ungehört verhallt.

Nirgends in dem Buch steht, daß der Autor alle Muslime für Antisemiten hält. Eine solche Behauptung kann einer von der Vorbildung des Armin Pfahl-Traughber nur aufstellen, wenn er entweder das Buch oberflächlich quergelesen hat, oder aus Böswilligkeit. Im Abschnitt Islam und Töten, S. 54-59, heißt der erste Satz: Wie dem auch sei, das Massaker von Medina wurde zum historischen Trauma und zum Vorbild für die Muslime. Aus dem folgenden wird klar, daß hier die Muslime gemeint sind, die dieses Massaker erleben, und andere muslimische Zeitgenossen des 7. Jahrhunderts. Daher heißt es auch die Muslime, und nicht alle (!) Muslime. Der Prophet schiebt Offenbarungen Allahs nach, bereits feststehende „Gottesurteile“, wonach die Unbekehrbaren den Tod verdienen, die neue Doktrin wird entwickelt, der zufolge der Muslim sich in Allahs Recht weiß, wenn er Andersgläubige tötet und vertreibt.

Der Rezensent führt die Leser in die Irre, und sein nächstes Zitat, von der Seite 229, führt dann vollends in die reine Phantasie.

Die westlich-proislamische Ideologie des Muftismus, die Gewalt quasi-religiös rechtfertigt, hat gute Aussichten, qualitativ auf die Linie mit den Politreligionen des National- und International-Sozialismus zu kommen. Ähnlich diesen Totalitarismen bedeutet das Eintreten für den Islam im allgemeinen und die Palästinenser im besonderen auch das Eintreten in eine antisemitische Heilsgemeinschaft, in eine aggressive Ersatzreligion. So lautet der vollständige Satz. Warum der Rezensent ihn verkürzt und mißverständlich darstellt? Wer weiß? Kann es sein, daß ihm diese Erkenntnis nicht paßt? So wie es in der Rezension steht, bezieht sich das Eintreten in eine antisemitische Heilsgemeinschaft auf die Muslime. Hat der Rezensent diese Falschdarstellung unbeabsichtigt gegeben? Ist ein Politikwissenschaftler und Soziologe nicht in der Lage, einfache Sätze zu verstehen? Wer ist befangen in Ressentiments und Verallgemeinerungen, wer liefert die schiefen Bilder?

Die stammen von Armin Pfahl-Traughber, der nur so zu einem Rettung verheißenden Schlußsatz ausholen kann: Gleichwohl bleibt es wichtig, auf den Antisemitismus unter Muslimen aufmerksam zu machen – aber bitte differenzierter, kenntnisreicher und seriöser! (6)

Diese Differenzierung liefert uns demnächst der kenntnisreiche und seriöse Armin Pfahl-Traughber. Ich bin schon gespannt!

29. August 2007

Quellen

(1) Annemarie Schimmel (07.04.1922 – 26.01.2003). Das Weibliche im Islam.
Ein Kapitel aus Dikigoros´ Webseite. Lügen haben schöne Beine
http://www.geocities.com/films4/schimmel.htm

(2) William Shakespeare: Julius Cäsar. Dritter Aufzug
http://www.william-shakespeare.de/julius_caesar/julius_caesa r_3.htm

Ist der Islam antisemitisch? Von Hannes Stein, Welt Online, 11. August 2007
http://www.welt.de/welt_print/article1097457/Ist_der_Islam_a ntisemitisch.html

(3) Armin Pfahl-Traughber (1963 – ). Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Armin_Pfahl-Traughber

(4) Stephen Bronner: Ein Gerücht über die Juden (Gebundene Ausgabe),
Propyläen 2002
http://tinyurl.com/352dk3

Norman Cohn: Die Protokolle der Weisen von Zion. Der Mythos von der jüdischen Weltverschwörung (Gebundene Ausgabe), Zürich 1998
http://tinyurl.com/2lvc39

(5) Islamic Foundation Online Book Store
http://www.islamic-foundation.com/

(6) Buchrezension Allah und die Juden. Von Armin Pfahl-Traughber, humanistischer pressedienst, 27. August 2007
http://hpd-online.de/node/2609

Leseempfehlung: Five Star *****
Allah und die Juden
Die islamische Renaissance des Antisemitismus
Autor
Hans-Peter Raddatz
352 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
Format: 12 x 18 cm
Ca. € (D) 24,90/€ (A) 25,60/sFr 43,70
ISBN 9-783-937989-26-6
http://www.wjs-verlag.de/site/reload.html?../buch/Allah-und- die-Juden.html

Hans-Peter Raddatz: Allah und die Juden. 27. Juni 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-06-27_14-47-57.html