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Islamisierungsprozesse in Europa

(…)

„Islamisierung ist der Prozess der Durchdringung einer Raumes, einer Bevölkerung oder eines Gemeinwesens mit der Religion des Islam und damit verbundenen religiösen, kulturellen und politischen Konzepten.

In Europa sind Islamisierungsprozesse vor allem demographisch getrieben. Laut der 2017 erschienenen Studie „The Changing Global Religious Landscape“ des Pew Research Center zufolge  werde in Europa der Anteil der Muslime an Bevölkerungen europäischer Staaten aufgrund von höheren Geburtenraten und Migration weiter zunehmen, während der Anteil der Christen [und der Nicht-Gläubighen, GB] vor allem aufgrund niedrigerer Geburtenraten sowie schwächeren religiösen Bindungen künftig stark zurückgehen werde.
Laut einer 2017 veröffentlichten Studie des „Vienna Institute of Demography“, die sich auf Österreich bezieht, werden Muslime im Zuge dieser Entwicklung mittelfristig zunächst in Städten sowie in jüngeren Alterskohorten zur Bevölkerungsmehrheit werden. Diese Entwicklung vollziehe sich in weiten Teilen Westeuropas ähnlich. Bei ungebrochenem Trend werden Muslime voraussichtlich in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts in einigen Staaten Nord- und Westeuropas zu Bevölkerungsmehrheiten werden.
Islamisierungsprozesse sind weltweit mit häufig gewaltsam ausgetragenen Normen- und Verteilungskonflikten sowie mit der Verdrängung oder auch Vernichtung nichtislamischer Kultur und Religion verbunden, wie es derzeit etwa in Teilen des Nahen Ostens verstärkt zu beobachten ist.
Auch in Europa sind Ansätze zu ähnlichen konflikthaften Begleiterscheinungen von Islamisierungsprozessen zu erkennen.“ (…)

Papst Franziskus: Warnung vor Islamisierungstendenzen in Europa

und:

„Drohende „Balkanisierung Europas“ entlang ethnischer und religiöser Linien

Der am Institut d’Ètudes Politiques de Paris lehrende französische Sozialwissenschaftler Gilles Kepel ist einer der führenden Islamismusexperten weltweit. Ein Beitrag im New York Times Magazine stellt seine Analysen vor, in denen er unter anderem vor ethnischen und religiösen Konflikten in Europa warnt.

Im Zuge von Migration, demographischer Entwicklung und ausbleibender Integration und Assimilation von Muslimen drohe eine „Balkanisierung Europas entlang religiöser und ethnischer Linien“, in deren Zusammenhang militante islamistische Kräfte erstarken und langfristig Bürgerkriege anstreben würden.
Der Islam bilde zunehmend die Grundlage einer Gegenidentität, die sich über die Ablehnung europäischer Kultur definiere und dabei weiter radikalisiere. Jüngere Muslime seien dabei häufig schlechter integriert als die Generation ihrer Eltern und würden häufiger radikalen Islamvorstellungen anhängen. Zwischen einem Viertel und einem Drittel der Muslime in Frankreich sei mittlerweile islamistisch eingestellt.
Es bestehe ein symbiotisches Verhältnis zwischen radikalen islamischen Akteuren und progressiven politischen Kräften, das er als  “Islamo-gauchism” bezeichnet. Progressive Akteure würden versuchen, ihre politischen Forderungen im Namen der von ihnen zur Opfergruppe erklärten Muslime durchzusetzen. Gleichzeitig würden islamische Akteure die durch die Linke bereitgestellten Rassismus- und Antidiskriminierungsdiskurse nutzen, um Anhänger zu mobilisieren und ihre Ablehnung europäischer Gesellschaften zu legitimieren.
Andere politische Akteure würden den Herausforderungen mit Verharmlosung begegnen, weil sie befürchteten, Muslime durch eine realitätsgerechte Ansprache der Herausforderungen weiter zu radikalisieren.“ (…)

Gilles Kepel: Drohende „Balkanisierung Europas“ entlang ethnischer und religiöser Linien

 

Kommentar GB:

Es scheint viele desorientierte Menschen zu geben.

Wie kann man seine Orientierungsfähigkeit zurückgewinnen oder überhaupt erst bilden?

Nun, ein erster wichtiger Schritt besteht darin, ohne Rückgriff auf irgendwelche sonstigen Behauptungen oder Erwägungen strikt nur danach zu fragen, ob eine bestimmte Entscheidung oder Entwicklung oder Programmatik oder gesellschaftlicher Praxis mit dem eigenen, ganz persönlichen Interesse verträglich ist oder nicht. Und wenn nicht: dann ist diese entschlossen und aktiv zu bekämpfen, und zwar so lange, wie das notwendig ist, um das Eigeninteresse gewahrt zu sehen.

Wer z. B. Parteiprogramme sowie die politischen Praxen von Parteien untersucht, der ist sicherlich gut beraten, allererst und sehr strikt das Eigeninteresse als Filter zu nutzen. Wer das einmal konsequent tut, der wird sehr rasch merken, wer und was dann noch übrig bleibt. Und wer und was warum ausscheidet.

Ist zum Beispiel eine Politik, die die oben knapp umrissenen Islamisierungsprozesse aktiv voranbringt oder sie auch nur duldet, mit Ihrem ganz persönlichen Eigeninteresse verträglich oder nicht?

Das ist die Frage.