Mutmasslicher CIA-Mossad-Agent in Iran hingerichtet

Die neusten Entwicklungen im Konflikt mit Iran

Die USA hatten im Januar mit General Soleimani eine der wichtigsten Figuren des iranischen Regimes getötet. Die Tötung des Kommandanten der Kuds-Brigaden wirkt sich noch Monate danach auf die Region und die bilateralen Beziehungen aus.

NZZ-Redaktion Aktualisiert 20.07.2020

https://www.nzz.ch/international/neue-spannungen-um-den-iran-us-praesident-donald-trump-droht-mit-angriffen-auf-boote-die-neusten-entwicklungen-im-konflikt-mit-iran-ld.1531731

Kommentar GB:

Zwischen dem schiitischen Iran einerseits und den USA – mit den sunnitischen Saudis sowie Israel – andererseits existiert offenbar seit längerem ein zwar verdeckter und nicht als solcher bezeichneter, aber gleichwohl sehr realer Kriegszustand, dessen Teil auch der Yemen-Konflikt ist, und der weiter anhaltende wirtschaftliche und militärische US-Druck auf das mit dem Iran verbündete Syrien unter Assad gehört in diesen geopolitischen Zusammenhang. Daher kann Syrien nicht einfach wiederaufgebaut werden, obwohl sich der Bürgerkrieg dem Ende zuneigt. Aus israelischer und aus US-Sicht geht es um die Schlüsselfrage der möglichen Nuklearmacht Irans, und damit zugleich um die Frage, wer den Mittleren Osten mit seinen Ölressourcen dominiert und kontrolliert. Für Israel ist diese Nuklearfrage angesichts des offenen antijüdischen bzw. antiisraelischen Hasses des Mullah-Regimes eine von Sein oder Nicht-Sein. Ob das in Europa und insbesondere in Deutschland hinreichend verstanden wird? Taktisch wird der Iran militärisch von Rußland (Syrien-Engagement) und wirtschaftlich von China gedeckt, obwohl beide Mächte nicht mit dem Islam sympathisieren – ganz im Gegenteil. Es geht hierbei also nicht um irgendwelche Sympathien, sondern ausschließlich um Interessen und damit um eine unvermeidliche Positionierung im geopolitischen Gefüge der Macht.