Medienspiegel

Trumps Abrechnung mit Deutschland

Veröffentlicht

Aktualisiert am 29. Juli 2020

Deutschland ist Trumps Lieblingsgegner unter den US-Verbündeten. Drei Monate vor der US-Wahl legt seine Regierung Pläne zum Truppenabzug vor. Trump macht keinen Hehl daraus, dass es eine Strafaktion ist – und sie übertrifft die Befürchtungen auf deutscher Seite.

https://www.gmx.net/magazine/politik/us-praesident-donald-trump/trumps-abrechnung-deutschland-34934824

Kommentar GB:

Wer neutral verfolgt, wie sich hohe und höchste Vertreter der deutschen Politik immer wieder mal über den gewählten und amtierenden US-Präsidenten Donald Trump geäußert haben, etwas was gegenüber früheren US-Präsidenten m. W. so nicht vorgekommen ist, der kann sich nur darüber wundern, daß Trump diese massiven Entgleisungen der Politik – und der Presse sowieso – nur zurückhaltend erwidert hat. Sicherlich: Donald Trump hat sicherlich erkennbare Schwächen, bloß: haben die anderen solche oder ähnliche oder schlimmere Schwächen etwa nicht? Doch, aber sie selbst bilden sich ein, dem sei nicht so. Das eben macht ihre Hybris aus. „Machen Sie ruhig weiter so!“ lautet eine noch diplomatische Formulierung in solchen Fällen; sie bereitet eine praktische Antwort vor, die dann empfindlich trifft.

Abgesehen davon spielen auch geopolitsch-strategische Überlegungen des Pentagon eine wichtige Rolle. Osteuropa wird als US-Standort aufgewertet und damit innerhalb der EU indirekt gestärkt, und es wird weiterhin zusätzlicher Druck auf Rußland aufgebaut. Das ist für die USA nötig, weil Europa nur als gespaltener Großraum von den USA kontrolliert werden kann. Eine praktisch-pragmatische Verständigung mit Rußland muß daher verhindert werden: das ist das unmittelbare strategische Ziel.