Medienspiegel

Corona-Demonstrationen: Wer, wie viele und was danach?

Nach Sommer des Missvergnügens heißer Herbst?

Roland Tichy
Mo, 3. August 2020

Nachhall zu der Corondemonstration in Berlin: Teilnehmerzahlen werden bezweifelt, Teilnehmer beschimpft – beides Ausdruck einer tiefen Vertrauenskrise. Auf den Sommer des Missvergnügens könnte ein heißer Herbst folgen.

„Die Bürger werden derzeit behandelt wie Kinder, denen man mit Ausgehverbot oder Nachtisch-Verweigerung drohen kann: Immer wird mit dem nächsten Lockdown gedroht.

Die Bürger als ungehorsame Kinder, der Staat als Übervater; das ist die deutsche Krankheit der Unmündigkeit. (Hervorhebung GB)

Denn wahr ist doch: Politiker können den Lockdown schon aushalten; Mundschutz ist für sie keine Pflicht, wie gerade der Bundespräsident in Südtirol oder Söder und Merkel gemeinsam mit ihren Kabinetten jüngst im Spiegelsaal von Schloss Herrenchiemsee demonstrierten. Für sie gilt Maskenpflicht nicht; maskenfrei ist das neue Erkennungszeichen derer, die über dem Recht stehen. Oder hinterfotziger auf altbairisch, was dem Franken Söder allerdings fremd ist: Wer ko, der ko. ER kann eben.

Aber damit werden die Hygiene-Regeln unterminiert, die ohnehin nur Demonstrationen gelten, die nicht dem rotgrünen Lebensgefühl der heutigen Politikergeneration entsprechen. Recht, das erkennbar unterschiedlich angewandt wird, löst sich auf wie ein Stück Würfelzucker in der Spree. Da hilft auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier beim Verdünnen mit, der so tut, als ob spätestens im 3. Quartal die Wirtschaft wieder auf Normalniveau laufe. Wenn es so ist, warum dann die Aufregung über die Berliner Demonstranten?“ (…)

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