Interview mit dem britischen Botschafter Wood

„Die Deutschen haben einen Ruf, den sie nicht verdienen“

Die Uhr tickt: Im Oktober muss der Deal zwischen Großbritannien und der EU stehen, um einen harten Brexit am 31. Dezember zu verhindern – denn das Abkommen muss noch in allen nationalen Parlamenten ratifiziert werden. Sir Sebastian Wood, seit 2015 britischer Botschafter in Berlin, wird im September seinen Posten aufgeben und die heiße Verhandlungsphase von Großbritannien aus erleben. Mit ntv sprach er in seinem Abschiedsinterview über die Zukunft der deutsch-britischen Freundschaft, über deutsches Essen, deutschen Humor und therapeutische Spaziergänge mit seinem Golden Retriever Albi.

https://www.n-tv.de/politik/Die-Deutschen-haben-einen-Ruf-den-sie-nicht-verdienen-sagt-der-britische-Botschafter-im-Abschiedsinterview-article22003531.html

Kommentar GB:

Ein Kernpunkt dieses sehr diplomatisch-freundlichen Interviews lautet

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„Sie wollten nicht wetten, dass es auf jeden Fall noch einen Deal gibt. Mit Blick auf Brüssel, Berlin und Paris gewinnt man den Eindruck, dass dort die Auffassung herrscht, ein harter Brexit wäre für Großbritannien schlimmer als für die EU oder für Deutschland. Ist das so?

Noch wichtiger als ein Deal ist für die britische Regierung, dass Großbritannien nach dem Brexit eine unabhängige Wirtschaftspolitik haben kann. Das ist die oberste Priorität für London. Wenn es keinen Deal zwischen uns gibt, wäre es schade für beide Seiten. Beide Seiten könnten es aber überleben. Wenn wir in Zukunft zurückblicken, werden wir feststellen, dass bereits zum jetzigen Zeitpunkt andere Fragen für uns alle noch wichtiger sind. Die Pandemie, wie wir mit dem Klimawandel umgehen, die Beziehungen zu China.“

(…)