FreitagsbriefMedienspiegel

Religion/Tradition – Überbevölkerung – Fluchtmigration als zentraler Problemzusammenhang

Hartmut Krauss

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„Erzählt uns nicht, wie viele Kinder wir haben sollen“

Sieben Kinder hat eine Frau durchschnittlich im Niger – in keiner Nation der Welt sind es mehr. Das treibt den Staat immer näher an den Kollaps. Jeder weiß, was zu tun wäre, aber Religion und Tradition verhindern es, wie in vielen afrikanischen Ländern.

Die Sache mit der Familienplanung liege nicht in seiner Macht, sagt Mahamadou Abdoulaye. Das sei allein die Angelegenheit Gottes. „Wir können ihm nur danken“, sagt der Vater von elf Kindern. „Jeder Mund, den der Herr öffnet, wird von ihm auch etwas zu essen bekommen.“ Zum ersten Mal wurde der Schreiner aus Nigers Hauptstadt Niamey im Alter von 18 Jahren Vater, seine Frau war genauso alt. Länger zu warten kam nicht infrage. „Unmittelbar nach den Hochzeitszeremonien muss jeder Mann beweisen, dass er wirklich ein Mann ist“, sagt er. Da solle ihm auch niemand hereinreden. „Ich brauche als Familienoberhaupt keinen Rat.“

Ohne eine umfassende politische Umwälzung in Richtung Modernisierung, Enttraditionalisierung, Säkularisierung und Demokratisierung mit dem harten Kern einer aufklärerischen Bildungsrevolution wird es für die vormodernen Herrschaftssysteme in Afrika und anderswo keine Problemlösung geben. 

Alle anderen, „gutmenschlich“ verbrämten Ersatzstrategien wie die Umwandlung Deutschlands und Europas in eine diversifizierte Rettungs- und Helferstation für entwicklungsblockierte nichtwestliche Herrschaftskulturen, laufen im Endeffekt auf eine quantitative Ausdehnung und qualitative Verschärfung der global vernetzten Krisenprozesse hinaus. Vereinfacht ausgedrückt: Dort wird es nicht besser und hier zunehmend schlechter.

„Flucht“ auf dem Rücken der Europäer wird das Chaos und die Konflikte nur problemverschärfend globalisieren.

Wir brauchen keinen kontraproduktiven „Migrationspakt“ sondern einen „Umwälzungspakt“.

Niger 7, 0 (Kind/er pro Frau)

Die große Mehrheit der Nigrer bekennt sich zum Islam (95 Prozent im Jahr 2007) –

davon nahezu alle Sunniten aus der Rechtsschule Malikiten –,

der Rest der Bevölkerung teilt sich in Christen und Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen.

https://www.welt.de/politik/ausland/plus212601115/Niger-Erzaehlt-uns-nicht-wie-viele-Kinder-wir-haben-sollen.html

Zur Vertiefung des Themas siehe

https://hintergrund-verlag.de/spaetkapitalistische-systementwicklung/krauss-hartmut-ein-verdraengtes-kardinalproblem-die-ueberbevoelkerungsproduktion-in-vormodern-unaufgeklaerten-weltregionen-als-multidimensionaler-krisengenerator/

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Kommentar:

Heike Lah Ich bin gegen den Migrationspakt, halte ihn für antidemokratisch und ideologisch durchseucht, aber was würde ein „Umwälzungspakt“ bedeuten?

Hartmut Krauss Um das hier nur kurz anzudeuten: Ein „Umwälzungspakt“ als politische Leitlinie für europäische Regierungen würde z. B. Folgendes beinhalten:

Stopp der Kollaboration mit reaktionär-menschenrechtsfeindlichen Regimen; Wirtschaftshilfe nur im Einklang mit evaluierbaren Modernisierungsauflagen (z. B. Heraufsetzung des Mindestheiratsalters, verbesserte Möglichkeiten der Empfängnisverhütung; verbesserte Bildungsmöglichkeiten für Mädchen; Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung etc.), Zusammenarbeit mit fortschrittlich-menschenrechtlichen Oppositionskräften und Unterstützung von deren Tätigkeiten; Kampagne: Verbesserung der Lebensverhältnisse vor Ort statt Flucht; Aufklärerische Zerstörung des „Schlaraffenlandmythos“ bzgl. Europa und insbesondere Deutschland als (vermeintliches) Paradies für irreguläre Immigranten; Etablierung und strikte Befolgung eines Veränderungsdiskurses gegenüber den „Fluchtländern“ („Ihr müsst euch in Länder verwandeln, aus denen man nicht flieht.“).

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Heike Lah

Hartmut Krauss, das klingt sehr gut, doch dafür müsste erstmal das Denken der hiesigen ideologisch Verblendeten umgewälzt werden, die ihre moralische Verantwortung damit erfüllt sehen, dass hier massenhaft eingewandert wird.

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(Hervorhebungen GB)