Medienspiegel

Sozialdemokratie in der Krise

Veröffentlicht

Linker Kosmopolitismus wird der SPD zum Verhängnis

EIN GASTBEITRAG VON MICHAEL SOMMER am 11. August 2020

Auch wenn mit Olaf Scholz jetzt der Kanzlerkandidat feststeht: Für die SPD sieht es düster aus. Um jeden Preis möchte die Partei progressiv sein und marschiert identitätspolitisch ganz vorn mit. Doch die Sozialdemokraten laufen der falschen Wählerschaft hinterher.

https://www.cicero.de/innenpolitik/sozialdemokratie-krise-kosmopolitismus-spd-verhaengnis?utm_source=cicero_newsletter

Kommentar GB:

Das wird wohl nichts mehr. – Das Personal, das es für eine analytische Einsicht und für eine praktisch-politische Wende brauchte, dürfte es, im Gegensatz zu der diesbezüglichen Annahme des Autors, in der SPD nicht mehr geben. Der Parteiausschluß eines realistisch denkenden Sozialdemokraten aus der Partei für ein religionskritisches Werks über den Islam, das damit zwar nicht neu, aber politisch auf der Höhe der Zeit ist, mag von Herrn Klingbeil als Erfolg gesehen werden, ist tatsächlich aber das Gegenteil. Eine derartige Ignoranz und Verkennung des state of the art zum Thema Islam ist eine Fehlleistung der besonderen Art, aber jeder hat natürlich das Recht, sich selbst zu disqualifizieren.

Sicherlich kann die SPD sich mit ihrer Wendung gegen Sarrazin, des – soweit ich sehe – letzten Intellektuellen in der Partei, zugleich dem durch Immigration und Geburten-Djihad anwachsenden Islam zuwenden, um sich als sozialislamische Partei darzustellen. Allerdings ist das gleichzeitige nachdrückliche Bekenntnis der SPD zum Feminismus-Genderismus damit schwer und letztlich gar nicht zu vereinbaren. Es ist daher auf längere Sicht ausgeschlossen, daß die SPD nun als Sozialislamische, feministisch-genderistische Partei Deutschlands weiterexistieren wird. Aber genau so stellt sie sich derzeit politisch auf.