Medienspiegel

Türkeis verrückter Sultan

Von  Gastautor
11. August 2020

Die Führungsschwäche des türkischen Präsidenten Recep Tayyip löst weltweit Feuersbrünste aus und fügt seinem Land viel Leid zu.

von Fiamma Nirenstein

(…) „Der türkische Präsident Recept Tayyip Erdogan schloss sich am Freitag, dem 24. Juli, mit Tausenden – nach Angaben des Sultans Hunderttausenden – von muslimischen Gläubigen zu den Eröffnungsgebeten vor dem aus byzantinischer Zeit stammenden – und jetzt in eine Moschee umgewandelten – Bauwerk zusammen. Ihre Gebetsteppiche gemäss den Richtlinien der sozialen Distanzierung sorgfältig verteilt. Lassen Sie sich nicht täuschen: Was an diesem Freitag in Istanbul geschah, war keine einfache Gebetszeremonie. Es war eine Kriegserklärung.

Am Tag nach Erdogans Dekret vom 10. Juli, demzufolge die ehemalige Kathedrale wieder in eine Moschee umgewandelt werden sollte, veröffentlichte er ein Video auf Twitter, in dem er argumentierte, dass ihre „Wiederauferstehung“ als islamische Stätte für die gesamte muslimische Welt, von „Buchara bis Andalusien“, von Wert sei. Darüber hinaus gelobte er, die al-Aqsa-Moschee in Jerusalem von ihren „Eindringlingen“ (den Juden) zu „befreien“. Für Erdogan geht es stets um die muslimische Umma [d.h. die Gemeinschaft aller Muslime, Anm. Audiatur].

Die Hagia Sophia-Unternehmung war Teil einer weitreichenden, religiös motivierten politischen Operation, die ihren Ursprung innerhalb der sunnitisch-islamischen Welt hat, parallel und in Konkurrenz zu den Bemühungen des schiitischen Iran, der seit Jahrzehnten nicht nur doktrinäres, sondern auch kriegerisches Engagement für die Idee eines grösseren muslimischen Staates verkündet. Sowohl für die Schiiten als auch für die Sunniten sind die Juden und Christen die grössten Feinde der Umma, aber sowohl im Iran als auch in der Türkei spielen die Juden eine besonders wichtige Rolle, da die beiden Regimes sie missbrauchen, um ihre Anhänger um sich zu scharen.“ (…)

Türkeis verrückter Sultan