Wo die Zuwanderung Deutschland verändert hat

Von MARTIN FRANKE, Grafiken: JENS GIESEL und JOHANNES THIELEN · 31. August 2020

Vor fünf Jahren sagte Bundeskanzlerin Merkel „Wir schaffen das“. Die Zuwanderung ist vor allem in den neuen Bundesländern sichtbar geworden. Ein Blick auf die Demografie Deutschlands verrät, warum.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schneller-schlau/demografie-wo-die-fluechtlinge-deutschland-veraendert-haben-16926478.html

Kommentar GB:

(…) „Deutschland ist ein Einwanderungsland. 11,2 Millionen Menschen hierzulande sind Ausländer. Dazu zählen laut Statistischem Bundesamt alle Personen, die keinen deutschen Pass besitzen, also ebenso Staatenlose und Menschen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit. Damit eine Gesellschaft ohne Migration gleich groß bleibt, müsste jede Frau im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 2,1 Kinder zur Welt bringen. Seit dem „Pillenknick“ zwischen Mitte der sechziger und Mitte der siebziger Jahre ist das in Ost- wie in Westdeutschland nicht mehr gegeben. Heute gibt es pro Frau durchschnittlich 1,57 Geburten. Ohne Zuwanderung wäre das Land deshalb seit 1970 am Schrumpfen.“ (…)

Erstens: Deutschland mag ein Einwanderungsland sein, hat aber – warum? – kein Einwanderungsgesetz, aus dem quantitativ und qualitativ hervorginge, welche Einwanderer von Deutschland – wer ist das, wenn nicht das deutsche Volk? – benötigt werden, und welche daher erwünscht sind, und bei welchen das nicht der Fall ist. Eine Einwanderung muß erstens arbeitsmarktpolitisch realistisch und erwünscht sein, und sie darf zweitens nur erfolgen, wenn sie sozial- und kulturverträglich sowie demokratisch legitimiert ist. Letzteres ist erwiesenermaßen bei einer Einwanderung aus „Islamistan“ in der Regel nicht der Fall; mindestens sie wäre also zu blockieren.

Zweitens: Was ist denn getan worden, um familienpolitisch auf den „Pillenknick“ zu reagieren? Nichts. Im Gegenteil: Es wurde vieles oder fast alles dafür getan, diese Entwicklung zu verfestigen, anstatt ihr entgegen zu wirken. Die Bezeichnung „Familienministerium“ ähnelt sehr dem der Bezeichnung als „Ministerium für Wahrheit“ („Miniwahr“) aus dem Roman „1984“, es müßte entsprechend „Minifam“ heißen, das träfe die Sachlage recht genau.

Drittens: wenn die Politik es zuläßt, daß die eigene Bevölkerung durch nachhaltig (nachhaltig ist also nicht immer: gut!) bzw. dauerhaft zu geringe Geburtenraten ausstirbt und durch gebärfreudigere Zuwanderer ersetzt wird, wie sollte dieser doppelte Sachverhalt denn dann benannt werden? Volkstod,  Umvolkung und Bevölkerungsaustausch scheiden aus normativen Gründen als taugliche Begriffe aus, sie sind unzulässig, wie man weiß. Aber vielleicht macht ja der mediale „Miniwahr“-Komplex („Presse“) mal einen passenden Vorschlag? Vielleicht Schwundvolk und Neuvolk? Wie wäre es damit? Was meinen Sie?