Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 87.2020, 34

https://www.diw.de/de/diw_01.c.797233.de/publikationen/wochenberichte/2020_34/heft.html

Fünf Jahre danach: Eine Zwischenbilanz zur Integration von Geflüchteten : Editorial / Cornelia Kristen, C. Katharina Spieß

In: DIW Wochenbericht 87 (2020), 34, S. 559-561
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.797228.de/20-34-1.pdf

Mehrheit der Geflüchteten hat höhere Bildung im Vergleich zur Herkunftsgesellschaft / Cornelia Kristen, Christoph Spörlein, Regine Schmidt, Jörg Welker
Die Bildungsabschlüsse von MigrantInnen werden typischerweise anhand der im Zielland geltenden Standards eingeordnet. Weniger Beachtung findet dagegen die Stellung, die diese Qualifikationen im jeweiligen Herkunftsland haben. In diesem Beitrag wird die mitgebrachte Bildung verschiedener Gruppen von Zugewanderten mit den Bildungsverteilungen des jeweiligen Herkunftslands und mit der Bildungsverteilung in Deutschland verglichen. Die Auswertungen zeigen, dass Geflüchtete im Vergleich zu den meisten anderen gegenwärtigen Migrantengruppen über eine im Schnitt geringere formale Bildung verfügen. Die Ergebnisse belegen außerdem, dass Geflüchtete mit einem für deutsche Verhältnisse niedrigen absoluten Bildungsniveau besser gebildet sein können als die Mehrheit in ihrer Herkunftsgesellschaft. Dies kann sich positiv auf den Integrationserfolg in Deutschland auswirke
In: DIW Wochenbericht 87 (2020), 34, S. 563-570
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.797230.de/20-34-2.pdf

Hohe Erwartungen der Geflüchteten an die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit haben sich teilweise realisiert / Daniel Graeber, Felicitas Schikora
Auf Grundlage der IAB-BAMF-SOEP-Befragung Geflüchteter in Deutschland vergleicht dieser Bericht die im Jahr 2016 geäußerten Erwartungen zu einer Erwerbstätigkeit in Deutschland mit der realisierten Beschäftigung im Jahr 2018. Die überwiegende Mehrheit der Geflüchteten hat im Jahr 2016 angenommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Beschäftigung in den kommenden zwei Jahren zu finden. Bei 54 Prozent aller Geflüchteten haben sich die Erwartungen erfüllt. Etwa 35 Prozent der Geflüchteten hatten im Jahr 2016 jedoch hohe Erwartungen und konnten sich diese nicht erfüllen. Die Ergebnisse legen nahe, dass sowohl strukturelle Bedingungen als auch individuelle Merkmale, wie beispielsweise fehlende Kinderbetreuung oder die psychische Gesundheit Geflüchteter, die Aufnahme einer Beschäftigung erschwert haben. Maßnahmen, wie zusätzliche Beratungs- und Hintergrundgespräche über den deutschen Arbeitsmarkt, ein geeignetes Angebot für Kinderbetreuung und die Unterstützung von Geflüchteten mit
schlechterer psychischer Gesundheit könnten dazu beitragen, dass sich die Beschäftigungserwartungen von Geflüchteten häufiger erfüllen. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die zugrundeliegenden Mechanismen besser zu verstehen.
In: DIW Wochenbericht 87 (2020), 34, S. 571-578
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.797254.de/20-34-3.pdf

Erfolge, aber auch weiteres Potential bei der schulischen und außerschulischen Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher / Ludovica Gambaro, Daniel Kemptner, Lisa Pagel, Laura Schmitz, C. Katharina Spieß
In den letzten Jahren sind viele Kinder und Jugendliche mit ihren Familien nach Deutschland geflüchtet. Ihre Integration ist von zentraler Bedeutung für ihr Leben heute und ihren weiteren Lebensweg. Wichtige Indikatoren einer erfolgreichen Integration sind das Zugehörigkeitsgefühl zu ihren Schulen, ihre Teilnahme an schulischen und außerschulischen Aktivitäten sowie ihre sozialen Kontakte. Dieser Bericht beleuchtet diese Indikatoren auf Basis der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), insbesondere der IAB-SOEP-Migrationsstichproben und der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Integration von Zwölf-, 14und 17-Jährigen, die mit Familienangehörigen nach Deutschland gekommen sind, grundsätzlich auf einem guten Weg ist: Sie fühlen sich ihrer Schule zugehörig und besuchen vermehrt schulische Ganztags- sowie Hortangebote. Dadurch wird ihnen der ganztägige Kontakt mit Gleichaltrigen, die schon länger in Deutschland leben, ermöglicht. Die vergleichsweise geringe Beteiligung geflüchteter Kinder und Jugendlicher an Schul-AGs zeigt jedoch, dass das Potential noch nicht ausgeschöpft ist. Hier sollten Bemühungen verstärkt werden, um eine höhere Teilnahme zu erreichen. Auch bei außerschulischen Aktivitäten besteht weiteres Potential. So könnten etwa Sportvereine noch aktiver um eine Teilnahme geflüchteter Kinder und Jugendlicher werben.
In: DIW Wochenbericht 87 (2020), 34, S. 579-589
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.797256.de/20-34-4.pdf

Soziale Integration Geflüchteter macht Fortschritte / Katja Schmidt, Jannes Jacobsen, Magdalena Krieger
Vor fünf Jahren suchten rund eine Million Menschen Zuflucht in Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel begegnete der Besorgnis in der Bevölkerung darüber mit ihrem bekannten Ausspruch „Wir schaffen das.“ Seitdem hat sich einiges getan. Wie dieser Bericht zeigt, nehmen die Sorgen der hier lebenden Bevölkerung mit Blick auf das Zusammenleben seit 2016 ab. Geflüchtete sorgen sich allerdings zunehmend über Fremdenfeindlichkeit. Gleichzeitig ist ihr Vertrauen in die Schlüsselinstitutionen des Staates hoch, jedoch im Bereich der öffentlichen Verwaltung vergleichsweise geringer. Stellschraube für den Aufbau von gegenseitigem Vertrauen könnte die Förderung persönlicher Kontakte zwischen Geflüchteten und Einheimischen sein. Es zeigt sich jedoch, dass bislang nur etwa die Hälfte der Geflüchteten regelmäßig Kontakt zu Deutschen hat. Gerade unter geflüchteten Frauen ist der Austausch mit Deutschen noch gering. Staatliche Initiativen zur Schaffung diverser sozialer Netzwerke könnten ein
wichtiger Schritt zu einem weiteren Zusammenwachsen sein.
In: DIW Wochenbericht 87 (2020), 34, S. 591-599
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.797263.de/20-34-5.pdf

Die Integration von Geflüchteten ist in vielen Bereichen gelungen : Interview / C. Katharina Spieß, Erich Wittenberg
In: DIW Wochenbericht 87 (2020), 34, S. 600
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.797265.de/20-34-6.pdf

 

Kommentar GB

Kritik ist anzumelden; Hartmut Krauss schreibt dazu:

Aus meiner Sicht müsste erstmal diese Argumentation belastbar widerlegt werden:

https://hintergrund-verlag.de/spaetkapitalistische-systementwicklung/krauss-hartmut-unregulierte-masseneinwanderung-und-arbeitsmarkt/

https://hintergrund-verlag.de/spaetkapitalistische-systementwicklung/regierungspolitisch-befohlener-sozialmasochismus/

https://hintergrund-verlag.de/spaetkapitalistische-systementwicklung/importierte-armut-prekarisierte-lohnarbeit-und-neue-soziale-verteilungskonflikte-in-der-deutschen-zuwanderungsgesellschaft/