FreitagsbriefMedienspiegel

Drei Sichtweisen auf den Islam

Gastautor / 21.09.2020 /

Von Bill Warner

„Es gibt drei Denkschulen bezüglich des Islams. Die erste ist eine islamische mit ihren zahlreichen Varianten. Alle ihre Inhalte stammen von Muslimen. Die zweite Schule ist die akademische Betrachtung, die an den Universitäten gelehrt wird. Die Themen umspannen islamische Kunst, Architektur, Poesie, Literatur, Sufismus (mystischer Islam) und Geschichte ohne Jihad oder Opfer. Geschichte und Gegenwart werden von einer westlichen Perspektive aus und unter Zugrundelegung einer politischen Denkart westlicher Prägung beschrieben. Die Geschichte der Opfer des Jihads wird ausgespart. Der Islam wird als Teil unserer Zivilisation präsentiert. Die Quellen, die Dokumente der Trilogie, werden nicht direkt studiert, nur die sie kommentierenden Werke anderer Gelehrter.

Die akademische Schule kann aktuelle, einzelne Ereignisse innerhalb der islamischen Welt nicht aus ganzheitlicher Sichtweise erklären, auch nicht die Motivation, Denkart oder Weltansicht und Gründe hinter den Ereignissen. Genauso wenig ist es für sie möglich, zukünftige islamische Aktionen vorauszusagen. In dieser Denkschule werden alle islamischen Handlungen als Reaktion auf den Westen erklärt. In bestimmter Hinsicht werden nur die eigenen Sichtweisen für Erklärungen bemüht, statt der islamischen Texte. Politische Entscheidungen und Medienberichte beruhen alle auf der Sichtweise dieser akademischen Denkschule.

Die Grundlage der dritten Denkschule („Doctrinal school“) sind die Doktrinen des Islams. Ihre Vertreter nutzen die Quellendokumente des Islams, um das Weltbild der islamischen Zivilisation zu erklären. Sie sehen den Koran und die Sunna als motivierendes Fundament für die Gesamtheit des Islams. Die islamischen Eroberungen werden als Ausdruck der politischen Doktrinen des Islams interpretiert. Diese Denkschule studiert die Geschichte der Opfer des Islams, inklusive die der Sklaven und der „Dhimmis“. Christen, Juden, Hindus und Buddhisten waren „Dhimmis“ (Halbsklaven). Diese Denkschule kann das zugrundeliegende Muster hinter und den Zusammenhang zwischen einzelnen Ereignissen in der islamischen Welt aufzeigen, die islamische Geschichte erklären und auch zukunftsgerichtete Voraussagen machen.“ (…)

„Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Denkschulen ist entscheidend für unser Überleben. Die akademische Schule kann unsere Zivilisation nicht verteidigen. Sie hat nur eine Reaktion auf den Islam: Wie sollten wir uns ändern, damit ihr zufrieden seid? Wir wissen, dass wir nicht das Richtige tun, weil der Islam unzufrieden ist. Dies ist die Sprache des (US)-State Departments und der Medien. Die Strategie der akademischen Schule ist Unterwerfung.  (Hervorhebungen GB)

 

Bill Warner gründete 2006 das Center for the Study of Political Islam International (CSPII). Vorher war er Physikprofessor an der Tennessee State University. Er ist Experte für den politischen Islam. Er beschäftigt sich vor allem mit den politischen Aspekten der islamischen Doktrin in Bezug auf die Kafire (Nicht-Muslime). Warner definiert den „politischen Islam“, den er auch Islamismus nennt, als eine Überzeugung, dass der Islam die Gesellschaft und die Politik kontrollieren sollte, nicht nur das persönliche religiöse Leben. Für Achgut.com stellt er eine Reihe von Texten zur Verfügung, die zentrale Erkenntnisse seiner zahlreichen Studien wiedergeben.

 

https://www.achgut.com/artikel/Drei_sichtweisen_auf_den_islam