Japan und Indien schließen Militärabkommen

10.09.2020 um 14:39
Militärs beider Mächte sollen einander unterstützen und Stützpunkte gemeinsam benützen. Ähnliche Verträge haben beide Länder bisher etwa mit den USA, Australien und Frankreich. Eines der Grundmotive ist, China im Zaum zu halten.

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Kommentar GB:

Chinas Seewege sind wichtig für das Land, aber sie sind lang und verletzlich. Man betrachte z. B. den Weg eines Erdöltankers mit iranischem Öl, der Shanghai ansteuert. Ein Blick auf die Karte zeigt die beiden dramatischen Engstellen des Seeweges. Hinzu kommt, daß Indien und Australien – und die USA sowieso – Interesse an einer hinreichenden militärischen Kontrolle des Indischen Ozeans haben. Dabei will sich nun offenbar auch Japans Marine unterstützend beteiligen. Für China ist wiederum Myanmar als Brückenland zwischen China und dem Indischen Ozean wichtig. Könnten bereits dort Erdöltanker ihre Ladung löschen und einer Pipeline übergeben, dann entfiele der lange Seeweg um ganz Südostasien und Singapur einschließlich des südchinesischen Meeres, in dem die US-Navy patroulliert. Die logistische und militärische Bedeutung eines für China offenen Hafens in Myanmar im Golf von Bengalen kann daher gar nicht überschätzt werden. Und dann ist da noch der unsinkbare Flugzeugträger Formosa, sprich: Taiwan, sowie ebenso: Okinawa. Man kann sich leicht vorstellen, mit welchem Unbehagen die chinesischen Admiräle diese ihre potentiellen Sicherheitsprobleme zur See betrachten.