Thilo Sarrazin: Migration und Gemeinwohl

„Der Volkswirt Thilo Sarrazin war unter anderem als Finanzsenator im Berliner Senat und Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank tätig. In seinem jetzt erschienenen Buch „Der Staat an seinen Grenzen“ analysiert er die Folgen unkontrollierter Migration für das Gemeinwohl in Deutschland. Dabei geht er auch auf die kulturellen Aspekte des Themas ausführlich ein.

Mit Sarrazins vorherigem Buch mit dem Titel „Feindliche Übernahme“ hatten wir uns hier kritisch auseinandergesetzt. In diesem Werk hatte er religiöse Fragen aus der materialistischen Perspektive des Volkswirts heraus betrachtet, was zu unbefriedigenden Ergebnissen führte. Sein aktuelles Buch ist, abgesehen von Längen bei der historischen Betrachtung von Migration, deutlich besser gelungen, was daran liegt, dass er sich hier wieder seiner eigentlichen Stärke zuwendet, nämlich der sozioökonomischen Analyse.“ (…)

Die Lösung der Probleme anderer Weltregionen liege nicht in der Auswanderung ihrer Bevölkerungen nach Europa, sondern in deren Entwicklung und darin, dass „sich die kulturellen Einstellungen und Mentalitäten“ dort „so ändern, dass es möglich ist, durch die Arbeit der Bürger Wohlstand vor Ort zu schaffen“. Eine Gesellschaft, deren Staat Korruption unterbinde und Sicherheit gewährleiste und die eine Kultur pflege, die von „Fleiß, Lernwille und Innovationsbereitschaft, Bildungsleistung“ und der „Fähigkeit zur Herausbildung und Aufrechterhaltung stabiler Institutionen“ geprägt sei, könne ihren Menschen die gleichen materiellen Perspektiven geben, die sich die Menschen Europas erarbeitet hätten.23(FG4) “ (Hervorhebung GB)

Quellen

Thilo Sarrazin: Der Staat an seinen Grenzen. Über Wirkung von Einwanderung in Geschichte und Gegenwart, München 2020,

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