FreitagsbriefMedienspiegel

Zur aktuellen Corona-Lage und ihrer medialen Verzerrung

Hartmut Krauss

Im Anhang (s. u.) ein Überblick zur aktuellen Corona-Lage aus kritisch-realistischer Perspektive.

 Was zusätzlich scharf zu kritisieren ist, ist die nach wie vor angewandte „Rasenmäher-Methode“,  bei der Normalbürger/innen in und außerhalb tatsächlicher (konkret eingrenzbarer) Risikozonen und –gebiete gleichmacherisch beauflagt und repressiv kontrolliert und gegängelt werden, anstatt tatsächliche Infektionsrisikosektoren mit geeigneten Maßnahmen  zu fokussieren:

 

Asylbewerberheime: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Corona-Faelle-Fluechtlingsheim-unter-Quarantaene,coronalage108.html;

Großhochzeiten und Familienfeiern insbesondere  in Migrantenmilieus:   https://www.wa.de/hamm/corona-zahlen-hamm-aktuelle-entwicklung-tuerkischer-grosshochzeit-gast-infektionen-hotspot-90061833.html

https://www.bz-berlin.de/berlin/neukoelln/dutzende-corona-infizierte-nach-hochzeitsfeier-in-berlin

Großstädtische Wohnviertel mit hohem Migrantenanteil und entsprechenden „Kultureinrichtungen“:  https://m.tagesspiegel.de/berlin/coronavirus-in-berlin-erstmals-zwei-ampeln-auf-rot-288-neuinfektionen-inzidenz-bei-44-2/25655678.html;  https://www.tt.com/artikel/17245028/der-tirol-tourismus-haelt-corona-bisher-auf-distanz

Reiserückkehrer aus den migrantischen Herkunftsländern: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.studie-zur-corona-pandemie-infektionen-sollen-bald-deutlich-sinken.bdfc1058-e1d1-4543-957c-69bdc3a24814.html

Schlachthöfe/Fleischereibetriebe: https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/corona-toennies-ausbruch-weidemark-soegel-emsland-quarantaene-schlachthof-arbeiter-90061629.html

Alten und Pflegeheime: https://www.landkreis-vechta.de/nc/service/aktuelles/pressemitteilungen/einzelansicht/news/50-infektionen-gemeldet-corona-ausbruch-in-vechtaer-pflegeheim.html

Bemerkenswert ist folgender Vergleich:  „Insgesamt haben sich bislang gut 2.300 Menschen in Sachsen-Anhalt offiziell mit dem Coronavirus angesteckt. In Bayern, das rund sechsmal so viele Einwohner wie Sachsen-Anhalt hat und wo der vermeintlich so erfolgreiche Krisenmanager Markus Söder (CSU) agiert, sind es allerdings fast 30 Mal so viele.“

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_88649126/corona-alltag-in-sachsen-anhalt-das-land-der-maskengegner.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

 

Anhang

Die aktuell verkündete Zunahme von Positiv-Getesteten ist u. a. auch auf die erhebliche Ausdehnung/Zunahme von Tests zurückzuführen.

Das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (EbM-Netzwerk), das laut eigener Auskunft rund 1.000 Mitglieder aus verschiedenen Fächern, Professionen, Sektoren und Organisationen hat und Raum für unabhängige, kritisch-wissenschaftliche Diskussionen zu allen Fragen im Zusammenhang mit einer evidenzbasierten gesundheitlichen Versorgung bietet, stellte im September fest:

Der momentan zu verzeichnende Anstieg an Test-positiven ohne gleichzeitige Zunahme von Hospitalisierungen, Intensivbehandlungen und Todesfällen rechtfertigt derzeit keine einschneidenden Maßnahmen, sofern diese nicht durch hochwertige Forschung vorab geprüft oder parallel begleitet sind.“ Zudem wird die Verhältnismäßigkeit der öffentlichen Berichterstattung in Frage gestellt: „Die mediale Berichterstattung sollte unbedingt die von uns geforderten Kriterien einer evidenzbasierten Risikokommunikation beherzigen und die irreführenden Meldungen von Absolutzahlen ohne Bezugsgröße beenden. (…) Besonders zu kritisieren ist, dass die öffentliche Berichterstattung im deutschsprachigen Raum nicht konsequent zwischen Test-positiven und Erkrankten unterscheidet. Zu bemerken ist, dass die steigende Anzahl der Test-positiven nicht von einem parallelen Anstieg der Hospitalisierungen und Intensivbehandlungen oder Todesfälle begleitet ist. Dies weckt doch erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Tests und der täglichen Berichte der neuen Test-positiven. (…) Überhaupt muss mit Vehemenz kritisiert werden, dass die SARS-CoV-2 Inzidenzen fast ausschließlich als Absolutzahlen ohne Bezugsgröße berichtet werden. Die Bekanntgabe der Gesamtzahl der Test-positiven und der Todesfälle erfolgt zudem kumulativ, was den Grundprinzipien der Darstellung epidemiologischer Daten widerspricht.“

https://www.lokalkompass.de/dortmund/c-politik/wo-bleibt-die-evidenz-bei-coronamassnahmen_a1443204

https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/pdf/stn-20200903-covid19-update.pdf

https://de.statista.com/infografik/22336/durchschnittliche-anzahl-der-taeglichen-corona-tests-pro-bestaetigter-neuer-infektion/

Siehe sogar: ARD-Extra vom 5. Oktober 2010, ab Minute 11.35

https://www.ardmediathek.de/daserste/video/ard-extra-die-corona-lage/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWQxNDFlNjJlLTA3YTQtNDMzYS1hYzQ3LWIxZjdiMjVlMDU0MA/

Nachdem in Deutschland die Verkündung von Todeszahlen als Schwert der Angsterzeugung stumpf geworden ist, steigt man nun zunehmend auf das Thema „Spätfolgen“ (Post-Covid) um.

(Schaut man dann bei diesen Einzelbeispielen aber genauer hin, zeigen sich oftmals die entsprechenden prädisponierenden Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetis etc.) Dabei wird zum einen ausgeblendet, dass „Spätfolge“ eine unspezifische Erscheinung sein kann, was aber auch für Influenza und andere Viruserkrankungen gilt. (Siehe hierzu die diesbzgl. zahlreichen Beispiele mit Blick auf Influenza in diesem Text: https://hintergrund-verlag.de/spaetkapitalistische-systementwicklung/hartmut-krauss-vorlaeufige-bilanz-der-corona-krise/

Was in den regierungskonformen „Corona-Medien“ zudem fehlt, sind dann natürlich gleichgewichtige (realistisch relativierende und Verhältnismäßigkeit wahrende) Berichte der Opfer von Krankenhauskeimen sowie der Betroffenen von Influenza-Spätfolgen. Ausgeblendet bleiben zudem die zahlreichen Opfer von ärztlichen Fehlbehandlungen sowie von unnötigen, aber profitablen Operationen. Also Doppelstandards auch auf diesem Gebiet in besonders hervorstechender Form. Von diesen und weiteren Missständen des kapitallogisch durchdrungenen Gesundheitssystems lässt sich jetzt die verängstigte und in ihrer autonomen kognitiven Urteilsfähigkeit zunehmend beschränkte und beschädigte Bevölkerung vortrefflich mit „Corona“ ablenken.

Auch sollte man mal Corona-Infizierte mit leichten Symptomen OHNE Spätfolgen zu Wort kommen lassen. Aber das ist manipulationsideologisch nicht gewollt und passt nicht in die verordnete einseitige Alarm-Propaganda. (Spannend dürfte jetzt der propagandistisch nutzbare Verlauf der Corona-Infektion von Donald Trump sein.)

Ich wäre sehr dafür, alle Genesenen genauer im Hinblick auf die tatsächliche Betroffenheitsquantität von Spätfolgen zu checken, anstatt medial aufgeblähte Einzelfälle als „Ganzes“ zu suggerieren. (Das ist in etwa die gleiche Masche, wie sie auch mit den medial fokussierten „Vorzeigeflüchtlingen“ praktiziert wird.)

Daten aus den USA:

New York – Neben dem Alter sind vor allem auch Vorerkrankungen bei Patienten ein Grund dafür, dass Covid-19* einen schweren Verlauf annimmt. Wie welt.de berichtet, ist der größte Risikofaktor dabei jedoch nicht Asthma oder eine lange Raucherkarriere, sondern die krankhafte Fettleibigkeit – auch Adipositas genannt. Diesen Schluss konnten US-amerikanische Forscher aus einer in New York durchgeführten Fallstudie ziehen.

Vor allem in den USA ist die krankhafte Fettleibigkeit längst zur Volkskrankheit aufgestiegen. Einer Studie der Gesundheitsbehörde CDC zu Folge, leiden in den USA über 42 Prozent der Erwachsenen unter Adipositas. So schreiben auch Autoren um die Infektionsmedizinerin Jennifer Lighter: „Bedauerlicherweise zeigt sich, dass Adipositas bei Menschen unter 60 Jahren als neuer epidemiologischer Risikofaktor gelten muss, der möglicherweise zu den erhöhten Erkrankungszahlen in den USA beiträgt“.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/us-studie-fettsucht-toetet-400-000-amerikaner-pro-jahr-a-289899.html

US-Studie Fettsucht tötet 400.000 Amerikaner pro Jahr

Die Amerikaner futtern sich buchstäblich zu Tode, warnt die US-Regierung. Einer neuen Studie zufolge ist die Fettsucht in den USA auf dem besten Weg, mit über 400.000 Opfern jährlich zur Nummer eins unter den vermeidbaren Todesursachen zu werden.

Nur 6% der us-amerikanischen Corona-Toten hatten keine Vorerkrankungen. Bei den verbliebenen 94% gab es im Durchschnitt 2,6 zusätzliche Erkrankungen oder Ursachen pro gezähltem Corona-Todesfall. Ob es dann legitim ist, den Tod nur monokausal auf das Corona-Virus zurückführen, sei dahingestellt.

Die Grippeviren mutieren auch in den USA stark und führen zu unterschiedlich schwerwiegenden jährlichen Wellen.

Die Grippesaison 2019-2020 hat nur wenig Ähnlichkeiten mit der letzten schweren Grippesaison 2017-2018, in der es eine Rekordzahl an Krankenhauseinweisungen und Todesfällen infolge der Grippe gab. Für ältere Erwachsene führe i.d.R. das [Influenza A] H3N2- Virus vermehrt zu Krankenhausaufenthalten und Todesfällen. Das sei dieses Jahr nicht so zu beobachten, so Piedra. „Es sind [in diesem Jahr] mehr Kinder als im gleichen Zeitraum der vorangegangenen Jahre gestorben.“ Viele Todesfälle stehen im Zusammenhang mit Influenza-B-Viren und nur wenige mit Influenza-A-Viren. A/H1N1 (pdm09) ist der andere Stamm, der überwiegend zirkuliert. Gegen diesen seien ältere Leute meist immun, da viele Menschen in dieser Altersgruppe bereits früher mit dem Virus Kontakt hatten.“

https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/usa-influenza-b-trifft-kinder-und-junge-erwachsene-besonders-stark/

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Sterblichkeit in Deutschland 2020 auf dem Niveau der Vorjahre

Der Virologe Streeck spricht sogar von einer Untersterblichkeit.

Für Österreich wurden folgende Zahlen dargelegt:

In Österreich starben 2019 insgesamt 82.203 Menschen. Verglichen damit betrugen die an oder mit Corona gestorbenen Menschen im Jahr 2020 mit Stand September 772. Das macht sage und schreibe 0,9 % aller vorjährigen Sterbefälle aus. Wie gering diese Anzahl ist, zeigt ein Vergleich mit den alljährlichen Grippe-Toten (Grippe wird auch als Influenza bezeichnet). Dazu führt das Bundesministerium für Soziales und Gesundheit (also das Anschober-Ministerium) im Internet aus: „Jährlich sterben rund 1.000 Personen in Österreich an einer Ansteckung mit Influenzaviren.“ (Anmerkung: trotz verfügbarer Grippe-Impfung!) Es stehen also den 772 an Covid-19 Verstorbenen jährlich 1.000 an Influenza Verstorbene gegenüber. Hat man bei Grippe jemals etwas von ähnlichen Maßnahmen wie beim Corona-Virus von der Regierung gehört? Hat es wegen der Grippe jemals Ausgangssperren, einen Lockdown für die Wirtschaft oder eine allgemeine Maskenpflicht, Gästelisten in Restaurants und Sperrstunden gegeben? Allein schon diese ganz einfachen Fragen zeigen, wie rund um die Corona-Pandemie von öffentlicher Seite systematisch Panikstimmung verbreitet wurde und nach wie vor wird.
Dass Panikstimmung verbreitet wurde, beweist die Politik des Angstmachens seitens des Bundeskanzlers Sebastian Kurz und seines grünen Vizekanzlers Werner Kogler. Beide sprachen in diesem Frühjahr von bald 100.000 (!) Corona-Toten. Und S. Kurz meinte sinngemäß, dass „jeder bald jemanden kennen werde, der an Corona gestorben ist“. Ist es angesichts dieser völligen Fehlprognosen etwa übertrieben, von Panikmache zu sprechen? Noch dazu geht diese Angstmache, unterstützt von entsprechenden Pressekonferenzen und flankiert von den führenden Medien, weiter. Erst vor wenigen Wochen erklärte der Bundeskanzler, dass nunmehr „die zweite Welle der Pandemie“ anrolle. Zwar werde man keinen zweiten Lockdown verordnen, aber allerhöchste Wachsamkeit sei geboten. Ist das keine Angstmache?“

Der Bildungsverfall macht gerade auch vor dem medizinischen Personal nicht halt. Insofern ist es abwegig, die aktuell zuständigen „Experten“ (mit ihren unterkomplexen/singularistischen Tunnelblicken) gegenüber den älteren, aber klügeren Experten aufs Podest zu heben.

Siehe diese alternative Talkrunde: https://www.youtube.com/watch?v=WT9fWCZniWM&feature=youtu.be