Sonntagslektüre: „Mao und die 72 Affen“

Vera Lengsfeld / 22.11.2020

(…) „Einer, der gegen die Dominanz des 68er-Ideologen anschreibt, ist der Schriftsteller Bernd Wagner. Der 1948 geborene Sachse gehört zu den leider wenig bekannten Autoren aus der ehemaligen DDR, die ein feines Sensorium für antidemokratische Tendenzen auszeichnet. Sein bislang bester Roman „Die Sintflut in Sachsen“ von 2018 hat es verdientermaßen in die „Lesezeit“ von MDR-Kultur gebracht. Sein neuestes Werk, das fünf Jahre in der Schublade lag, weil sich kein Verlag fand, der es drucken wollte, ist nun dankenswerterweise in der Exil-Reihe des Buchhauses Loschwitz erschienen. Es ist eine Dystopie, getarnt als Satire. Es handelt sich um die geheimen Memoiren des von den 68ern angebeteten Ewigen Vorsitzenden Mao. Leider bleibt einem bei der Lektüre immer wieder das Lachen im Halse stecken, so realitätsnah sind die Parallelen zu dem, was wir gegenwärtig an politischen Absurditäten erleben.“ (…)

Bernd Wagner „Mao und die 72 Affen“, 2020, BuchHaus Loschwitz: Dresden,

hier bestellbar.

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