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vbw-Studie: Minimale Lohnlücke zwischen Männern und Frauen

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„Laut der neuen Studie „Gender Pay Gap in Deutschland und Bayern“ der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., erstellt vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, beträgt die bereinigte Entgeltlücke in Bayern nur 7,3 Prozent. Der Freistaat ist damit besser als der Bund (7,7 Prozent). Nach anderen Bewertungskriterien ergeben sich noch niedrigere Werte. „Frauen und Männer verhalten sich nach wie vor sehr unterschiedlich, was Arbeitszeiten, Erwerbsunterbrechungen oder Berufswahl betrifft. Diese Kriterien lässt der unbereinigte Gender Pay Gap, der bundesweit wie auch im Freistaat bei rund 22 Prozent liegt, außer Acht. Eine Debatte über Lohndiskriminierung ist auf dieser Grundlage unsachlich“, kritisiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die vbw-Studie betrachtet diese lohnrelevanten Merkmale: Demnach arbeiten Frauen deutlich häufiger in Teilzeit und machen weniger Überstunden. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Frauen in Deutschland ist neun Stunden kürzer als bei Männern; in Bayern sind es zehn Stunden. Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es auch bei der Berufs- und Branchenwahl. So sind Frauen seltener in den meist besser bezahlten technischen Berufen und in Führungspositionen zu finden. Hinzu kommt, dass Frauen teilweise aufgrund von Kinderbetreuungszeiten weniger Berufserfahrung aufweisen. Nach wie vor sind es überwiegend Frauen, die größere Betreuungspflichten übernehmen. „Die Erwerbsverläufe von Frauen und Männern unterscheiden sich vor allem, sobald Kinder betreut werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist daher eine zentrale Stellschraube, um Verdienstunterschiede weiter zu reduzieren. Der Unternehmensmonitor ‚Familienfreundlichkeit‘ dokumentiert, dass die Wirtschaft hier seit Jahren mit personalpolitischen und arbeitsorganisatorischen Maßnahmen gegensteuert. Aber auch staatliche Betreuungsangebote müssen ausgebaut werden“, fordert Brossardt.

Auf Basis einer gesonderten Datenauswertung beleuchtet die Studie außerdem die negativen Folgen der Corona-Pandemie auf dem Arbeitsmarkt. „Hier zeigt sich, dass Frauen und Männer in etwa gleich stark von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Ebenso ist die Wahrscheinlichkeit, den Job zu verlieren, bei Frauen nicht signifikant höher als bei Männern. Wir dürfen Frauen und Männer nicht gegeneinander ausspielen, sondern müssen die Krise gemeinsam bewältigen“, so Brossardt.“

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