Vorwärts zur Femikratur

Von Sabine Mertens

Sabine Mertens  leitet die AG Gendersprache im Verein Deutsche Sprache (VDS). Sie lehnt die Rechtschreibreform von 1996 ab, u.a. weil dadurch das geliebte ß zum Waisenkind wurde und die Verringerung seines Gebrauchs zu häßlichen Dreifach-s-Verbindungen führte.

„Wie soll man das politische Handeln eines Justizministers auffassen, der den geltenden Sprachregeln zum Trotz und gegen alle Regeln der Schreib- und Formulierkunst einen Gesetzentwurf (zum Sanierungs- und Insolvenzrecht) vollkommen weiblich durchmarkiert?War das einfach nur Provokation, wie Frau Lambrecht selbst behauptet? „Was ich damit erreicht habe, war doch großartig! Endlich wurde darüber diskutiert.“

Selten gab es in der Geschichte der bundesdeutschen Justizminister einen vergleichbaren rechtswidrigen Vorstoß. Vielleicht sollte man schon allein aus Gründen der Aufmerksamkeitslenkung Wert auf die geschlechtlich markierte Form ihres Ministertitels legen, wird doch dadurch umso deutlicher, daß eine Frau für diese undemokratische Aktion verantwortlich ist.“ (…)

https://www.achgut.com/artikel/vorwaerts_zur_femikratur

Ein Leserkommentar:

Ulrich Tietze / 23.12.2020
Was für eine famose und treffsichere Sicht auf den unsere schöne Sprache verunstaltenden Genderirrsinn. Die Frage nach dem anzuwendenden Pronomen ging mir erst kürzlich auch durch den Kopf – schön, daß ich mit diesen Gedanken nicht ganz allein zu sein schein. Im Übrigen beende ich inzwischen umgehend die Lektüre jeglicher Texte, sobald der erste Genderstern auftaucht. Es ist furchtbar – und für Menschen, die Sprachen lieben (und in der Lage sind anzuwenden), förmlich eine Tortur. Verbundene Grüße aus dem Ruhrpott, Ulrich Tietze