Was Kinder wollen

„Oft hört man den Rat, dass es besser sei, sich zu trennen, als sich ständig vielleicht noch vor den Kindern zu streiten: Das sei auch für sie besser. Diesen Rat würde man so nicht hören, wären es die Mütter, die entsorgt werden.

Und er ist falsch, man rät zu genau dem, was Kinder fürchten wie sonst nichts: Dass sich die Eltern trennen, dass die ganze Welt, das Heim auseinander bricht. Fragt man Kinder, was sie wollen, ist die Antwort klar und eindeutig: Ban Divorces! Verbietet Scheidungen!(1) Wären Kinder Könige, die alles bestimmen könnten, genau das wäre das erste Gesetz.

Denn ein Streit ist nur dann schlimm, wenn es schlimm werden kann. Handelt es sich um einen Streit – und zu Streitereien wird es immer kommen, das gehört zu Beziehungen – in dem solche Katastrophen wie Trennung ausgeschlossen sind; Streitereien, in denen nicht das beschädigt wird was überhaupt erst die Grundlage für die Streitereien ist: die Beziehung, sind sie auch nicht so schlimm für Kinder: „Da zoffen sie sich mal wieder, naja.“ heißt dann nur – es ist aber kein Weltuntergang, da das nicht zur Trennung, der Katastrophe führt, weil sich Mami und Papi dennoch lieb haben. Ein Streit ist nur deshalb schlimm, weil er zu jener Katastrophe für die Kinderseele führen kann, die Familienfeinde als Heilung verschreiben: Die Trennung.

Der Rat zur Trennung resultiert nicht aus der Sorge um das Kindswohl – das interessiert nicht in unserer Gesellschaft, nie, sonst hätte man längst das Familienkonzept der Alleinmächtigen abgeschafft – sondern aus Väterfeindlichkeit. Denn der Vater steht für das Patriarchat, und dieses soll überwunden werden. Es soll eine Matriarchat eingesetzt werden, in der der Mann nur noch aus der Ferne entweder individuell als Unterhaltssklave oder kollektiv als Steuerzahler die selbstsüchtigen Lebensmodelle der Alleinmächtigen unterhält, aber keinerlei Rechte als Vater mehr genießt und somit keine Beziehung zu seinen Kindern pflegen darf. Im Feminismus – und Feminismus ist mächtig – hat man nur dann Respekt vor Müttern, wenn sie den Vater entsorgt haben, also der Alptraum der Kinder wahrgeworden ist.

Ein weiterer vergifteter Rat, der den Kinderwünschen entgegensteht, ist, dass nach der Trennung die Kinder zur Ruhe kommen müssten, heißt, ihre Väter nicht sehen sollten. Auch das ist falsch und dient nur dem Zweck, den Vater aus dem Leben des Eigentums der Alleinmächtigen endgültig auszulöschen. Es verhält sich genau umgekehrt: Das wichtigste in dieser Katastrophe der Trennung wäre, dass dem Kind mit Gewissheit klar ist, keinen Elternteil zu verlieren, dass es weiter auch vom Papa geliebt wird, dass er weiter eine Rolle im Leben spielt, dass er da ist, ganz verlässlich. In der Realität aber wird dem Kind unter dem psychoterroristischen Regime der Alleinmächtigen der perverse Befehl gegeben, den Papa nicht mehr lieben zu dürfen. Das können Frauen besonders gut, denn sie sind das sozial kompetentere Geschlecht.“

(1): Bernhard Lassahn – „Frau ohne Welt – Teil 2 – Der Krieg gegen das Kind“, Seite 174

Quelle:

Was Kinder wollen