Meike Stoverock: „Female Choice. Vom Anfang und Ende der männlichen Zivilisation“

Buchbesprechung von djadmoros: Teil 1
von Christian – Alles Evolution

9. März 2021 / Christian – Alles Evolution

„Den grundsätzlichen Argumentationsbogen des Buches kann man folgendermaßen zusammenfassen: erstens insistiert Meike Stoverock darauf, dass die Geschlechtlichkeit des Homo Sapiens ein primär biologisch bestimmtes Phänomen ist, das auf dem Prinzip der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung beruht, während es sich bei allem, was auf den ersten Blick wie »Genderfluidität« aussieht, um eine Normalverteilung auf der Skala des (ebenfalls biologischen, aber sich psychologisch manifestierenden) hormonellen Geschlechts handelt. Damit weist sie einen »Geschlechterkonstruktivismus« konsequent zurück. Zweitens postuliert sie, dass die sexuelle Evolution – das heißt: sowohl die Evolution des Paarungsverhaltens als auch die Evolution aufgrund des Paarungsverhaltens aller sich sexuell fortpflanzenden Spezies – praktisch durchgängig auf dem Prinzip der »Female Choice« beruht, dass es also jeweils die Weibchen einer Art sind, welche sich die Männchen ihrer Art aussuchen, weshalb diese Männchen durch Imponierverhalten die Weibchen umwerben. Drittens überträgt sie dieses Prinzip auf den Homo Sapiens, von dem sie behauptet, dass es auch bei dieser Spezies der Normalfall sei, dass eine Mehrzahl von Männern keine Chance auf Fortpflanzung habe, weil die Frauen nur einen kleinen Anteil der Männer (in der Größenordnung von 30 Prozent) als Partner in Betracht ziehen. Diese Konstellation und die 30:70-Relation hält sie mehr oder weniger für den Naturzustand der menschlichen Art. Viertens leitet sie aus diesem postulierten Naturzustand faktisch ein »Naturrecht« der Frau ab, und die weitere Argumentation folgt dem roten Faden eines Verlusts und einer Wiedergewinnung dieses Naturrechts. Die Geschichte seines Verlusts und seiner Wiedergewinnung ist dementsprechend zugleich die Geschichte des Anfangs und des Endes einer »männlichen Zivilisation«, die mit der Erfindung von Ackerbau und Sesshaftigkeit ihren Anfang nimmt und in der »feministischen« modernen Gesellschaft wiederum an ihr Ende kommt. Die Frauen restaurieren ihr Naturrecht, sich die Männer hoch selektiv auszuwählen, und die Gesellschaft soll dementsprechend Vorkehrungen ersinnen, um die von den Frauen als untauglich abgefertigte Mehrheit der Männer so zu kompensieren, dass diese nicht ihrer aus sexueller Frustration gespeisten Gewaltneigung erliegen. Gehen wir die Argumentationsschritte im Einzelnen durch.“ (…)

Buchbesprechung: Meike Stoverock: „Female Choice. Vom Anfang und Ende der männlichen Zivilisation“ (djadmoros): Teil 1

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