Führt die Corona-Variante wirklich zu schwereren Krankheitsverläufen?

Hartmut Krauss – 29. 03. 2021

https://www.tagesspiegel.de/wissen/ausbreitung-von-b-1-1-7-in-deutschland-fuehrt-die-corona-variante-wirklich-zu-schwereren-krankheitsverlaeufen/27019690.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Ausbreitung von B.1.1.7 in Deutschland

Führt die Corona-Variante wirklich zu schwereren Krankheitsverläufen?

Einmal mehr sind sich die Mediziner/Spezialisten uneinig. (Diese in der Corona-Krise offenbarte Uneinigkeit auf grundlegenden medizinisch-naturwissenschaftlichen Gebieten ist überhaupt ein wissenschaftstheoretisch bemerkenswerter Befund. Bislang hielt man diese markante Uneinigkeit für eine Besonderheit der Gesellschafts- und Geisteswissenschaften).

Hinzu kommt, wie groß das (uneingestandene) wissenschaftlich-analytische Loch der Finsternis in Sachen Corona generell immer noch ist.

„Es gibt ein klares Signal aus England, dass die Varianten für eine höhere Sterblichkeit bei Covid-19-Patienten sorgen“, sagt Uwe Janssens, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, dem Tagesspiegel. Janssens stützt sich mit seiner Aussage auf zwei Studien.“ (…)

(Dem ist entgegenzuhalten: „Seit Mitte Februar liegen die Sterbe­fallzahlen unter dem Durch­schnitt der Vorjahre.“ https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Gesellschaft/bevoelkerung-sterbefaelle.html)

Stefan Kluge, Leiter der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), sieht die Lage etwas anders als Janssens. „Die Frage, ob sich die Varianten auf die Krankheitsverläufe der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen auswirken, kann kein Intensivmediziner derzeit sicher beantworten“, sagt Kluge dem Tagesspiegel.

Tobias Welte, Leiter der Covid-Intensivstation und Post-Covid-Ambulanz an der Medizinischen Hochschule Hannover, geht noch weiter. Aus seiner Sicht unterscheidet sich eine Covid-19-Erkrankung nach jetziger Erkenntnis nicht zwischen verschiedenen Varianten des Virus.

Trotz der zunehmenden Ausbreitung von B.1.1.7 kann er keine Zunahme der Fälle auf Intensivstationen erkennen. „Auch in Deutschland sinkt die Sterblichkeit deutlich, obwohl sich B 1.1.7 weiter ausbreitet“, teilt Welte dem Tagesspiegel mit. Darin schlägt sich für ihn bereits der Impfeffekt bei den Menschen über 80 Jahre nieder.“