Krone-Schmalz: „Eine Destabilisierung Russlands ist ein Spiel mit dem Feuer“

Ein Artikel von: Redaktion

Nimmt die Politik des Westens eine Destabilisierung Russlands in Kauf? Ja, sagt die ehemalige Russland-Korrespondentin der ARD Gabriele Krone-Schmalz. In einem zweiteiligen Interview mit den NachDenkSeiten fordert die Journalistin und Buchautorin eine „entschlossene Entspannungspolitik“. Die Entwicklung zwischen den NATO-Ländern und Russland sei auf Misstrauen gebaut, dem müsse entgegengetreten werden, bevor die Situation aus dem Ruder laufe. Krone-Schmalz betont, dass man die geostrategischen Interessen, die bei den Konflikten zwischen „dem Westen“ und Russland eine Rolle spielen, nicht ausblenden dürfe. Sonst, so Krone-Schmalz, „verstehe man nur die Hälfte.“ Von Marcus Klöckner.

Lesetipp: Krone-Schmalz, Gabriele: Respekt geht anders. Betrachtungen über unser zerstrittenes Land. C.H. Beck Paperback, 16. Oktober 2020. S. 174. 14,90 Euro.

Krone-Schmalz: „Eine Destabilisierung Russlands ist ein Spiel mit dem Feuer“

Kommentar GB:

Bemerkenswert ist nur z. B. die folgende Passage; Frau Krone-Schmalz sagt da:

„Die Länder der EU und Russland sind eigentlich natürliche Partner, die sich in mehrfacher Hinsicht hervorragend ergänzen. Eine gute Zusammenarbeit – man muss sich ja nicht lieben – liegt demzufolge im Interesse beider Seiten. Das Interesse der USA ist ein ganz anderes, und aus US-amerikanischer Sicht selbstverständlich legitim. Die USA haben keinerlei Interesse an einem wie auch immer geeinten oder zusammenarbeitenden Eurasien. Das kann man auch schwarz auf weiß in entsprechenden Strategiepapieren nachlesen. Das heißt nicht, dass wir uns Illusionen über die russische Politik machen sollten, die ebenfalls ihre eigenen Interessen verfolgt. Ebenso wenig aber sollten wir uns Illusionen über die Politik Washingtons hingeben. Unsere Interessen in Bezug auf Russland überschneiden sich auf einigen Gebieten allenfalls, sind aber nicht identisch.“ (…)

Ergänzend zu diesem sehr lesenswerten Interview:

Russisches Außenministerium: „Deutsche Regierung stuft Russland als Feind ein“

und

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