Parag Khanna: Warnung vor einem „globalen Mittelalter“

„Der Politikwissenschaftler und Regierungsberater Parag Khanna warnt in einem jetzt veröffentlichten Gespräch vor einer bevorstehenden Phase globaler Verwerfungen, die vor allem auch Europa treffen würden. Der Kontinent werde künftig zahlreiche Krisen gleichzeitig bewältigen müssen. Es stehe vielleicht ein „globales Mittelalter“ bevor, in welchem die sicheren Gebiete zu Festungen werden könnten.

  • Die Zukunft werde „asiatisch sein“. In der Coronakrise hätten sich Südkorea oder Taiwan gegenüber westlichen Gesellschaften als überlegen erwiesen, was ihre Resilienz, ihren Gemeinsinn und die Leistungsfähigkeit staatlicher Institutionen angehe.
  • Europa hingegen stehe eine Zeit der Krisen bevor. Der Kontinent verliere zunehmend technologisch den Anschluss an Asien und sei demographisch überaltert. Der jüngeren Bevölkerung Europas stehe ein sozialer Abstieg bevor, und sie werde ärmer sein als die Generation ihrer Eltern, was politische Instabilität begünstigen werde. In Folge des Klimawandels erwartet Khanna zudem eine weitere Destabilisierung der Peripherie Europas sowie größere Migrationsbewegungen in Richtung Norden.
  • Eine Stärke Europas sei, dass es hier funktionierende Sozialstaaten gebe, die sich in der Vergangenheit als vergleichsweise krisenfest erwiesen hätten. In Europa mache man jedoch den Fehler, das Vorhandensein dieser Ressource für selbstverständlich zu halten.

In den nächsten Jahrzehnten werde in Europa „nicht eine Krise nach der anderen kommen – sondern viele Krisen auf einmal“, die auf einmal bewältigt werden müssten. Es sei „möglich, dass wir auf ein globales Mittelalter zusteuern“ oder auch „auf eine Situation, in der die sicheren Gebiete zu Festungen werden“.1 “ (…)

Parag Khanna: Warnung vor einem „globalen Mittelalter“

Man lese hierzu ergänzend:

https://www.grundrisse.net/buchbesprechungen/immanuel_wallerstein.htm