Die Realität trumpft auf

Biden hat sich zum Abzug aus Afghanistan entschlossen

Die letzten regulären Truppen sollen bis zum 20. Jahrestag der 9/11-Anschläge aus dem Land sein. Der Präsident zieht damit die Konsequenz aus der Tatsache, dass er Afghanistan nicht mehr als strategische Priorität betrachtet.
Peter Winkler, Washington 13.04.2021

https://www.nzz.ch/international/afghanistan-biden-hat-sich-zum-abzug-bis-september-entschlossen-ld.1611796

https://www.nzz.ch/meinung/afghanistan-biden-begeht-denselben-fehler-wie-trump-ld.1608851

Kommentar GB:

Die Biden-Administration wird jetzt knallhart von der Realität eingeholt:

Erstens hat sich bereits gezeigt, daß die Immigrationsproblematik an der US-Südgrenze nur auf jener politischen Linie gehandhabt werden kann, die Donald Trump durchgesetzt hatte.

Der ideologische Quatsch der Open Border-Ideologen ist damit als solcher entlarvt.

Zweitens zeigt sich nun, daß man sich auch in der Afghanistanpolitik gezwungen sieht, auf den von Donald Trump eingeschlagenen Weg einzuschwenken. Anzunehmen ist, daß hier das Pentagon führend mitgewirkt hat.

Da der Eingriff in Afghanistan nur zu Beginn, nämlich wegen der damaligen Anwesenheit der Al-Qaida zielführend und sinnvoll war, während sich danach ein sinnloser asymmetrischer Abnutzungskrieg entwickelte, geht es seit langem nur noch um die Art und Weise, die Randbedingungen und den Zeitpunkt des Ausstiegs.

Das Gute daran – aus deutscher Sicht – ist, daß sich damit zugleich ein baldiges Ende des Einsatzes des deutschen Hilfstruppenkontigents am Hindukusch abzeichnet. Das ist wirklich erfreulich!

Das Langfrist-Kalkül der Taliban geht damit auf:

aus Afghanistan wird „Talibanistan“ werden, um dann in islamischer Stagnation zu versinken: „Laßt zehntausend Mohnfelder blühen!“

Die Doppelregion „Afpak“ (Afghanistan und Pakistan) wird weiterhin ein geopolitisches Problem bleiben.