Pandemie-Modellrechnungen: Gefährliche Zahlenspiele

Ein Kommentar von Ulrich Dirnagl

Inzidenz-Zahlen und furchterregende Corona-Szenarien dienen als Begründung für massive Einschränkungen. Der Charité-Mediziner Ulrich Dirnagl kritisiert die dafür erstellten Modelle. Prognosen seien für politische Zwecke missbraucht worden.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/pandemie-modellrechnungen-gefaehrliche-zahlenspiele.1005.de.html?dram:article_id=497412

Kommentar GB:

In der Ökonomik gibt es trotz aller ökonometrischen Bemühungen in wirtschaftspolitischer Hinsicht den ironisch gemeinten Ratschlag:

„Erstelle nie eine Prognose, besonders, wenn sie die Zukunft betrifft!“ –

Warum? Weil die Wahrscheinlichkeit des Irrtums von Anfang an hoch ist. Entsprechendes gilt auch für die Klimaentwicklung und ebenso in der Pandemie-Modellierung. Der Politik wäre zu raten, Prognosen mit intellektueller Distanz und Vorsicht zur Kenntnis zu nehmen, und zwar auch oder auch gerade dann, wenn sie auf komplexen und kaum noch durchschaubaren mathematischen Modellen beruhen. Sie können bei hinreichender empirischer Datenbasis zwar Hinweise im Sinne wissenschaftsbasierter Vermutungen oder Hypothesen geben, die mehr oder weniger schwerwiegend sein mögen, mehr aber kaum. Die Zukunft ist und bleibt ungewiß, und zwar trotz aller prognostischen Artistik, die dennoch – also trotz ihrer Grenzen – benötigt wird, denn zumindest begründete Anhaltspunkte zu haben ist für Handelnde besser als gar nichts. Irren können sie trotzdem.

 

 

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