Pressemitteilung des Osnabrücker Bündnisses gegen Antisemitismus

zur „Demo für Palästina“ am 15.05.2021 in Osnabrück

„Über 70 Menschen haben am Samstag gegen jeden Antisemitismus und für Israels Recht auf Selbstverteidigung demonstriert. Wir danken allen Teilnehmern.

Gleichzeitig zogen, ausgehend vom Osnabrücker Hauptbahnhof, 800 Menschen auf einer „Demo für Palästina“ bis zum Ledenhof durch Osnabrück.

Mittlerweile liegt ein im Internet hinterlegtes Fotoalbum von „Distel Fotografie“ vor, auf welches wir uns bei unserer Auswertung stützen. Es ist hier einsehbar:

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Mindestens drei Fahnen der islamistischen Terrororganisation Hamas wurden durchgehend gezeigt (weißes Glaubensbekenntnis auf grünem Grund). Dabei handelt es sich um eine Organisation, die in Artikel 7 ihrer Charta dazu aufruft, möglichst viele Juden zu töten, und die in der EU als terroristische Vereinigung eingestuft ist. Organisatoren und Ordner schritten nicht dagegen ein, ebensowenig Polizei und Staatsschutz.

Zu Beginn der Demonstration wurde der Zug angeführt von einer Gruppe türkischer Rechtsextremisten, die sich als Anhänger der Grauen Wölfe zu erkennen gaben. Neben einer riesigen Nationalfahne der Türkei zeigte die Gruppe wiederholt den Wolfsgruß. Auch ein TShirt mit drei Halbmonden ist erkennbar. Durchgehend brüllte die Gruppe: „Allahu Akbar!“

Dem Staat Israel wurde auf allen Plakaten durchgängig das Existenzrecht abgesprochen. So heißt es auf einem Schild: „From the river to the see, palestine will be free”. Landkarten des Gebietes sind in lediglich einer Farbe, ohne Israel dargestellt. Ein Schild fragt: „Israel, a state or a colony?“, auf einem weiteren steht: „every israeli city was once sheikh jarrah”. Viele Schilder und Plakate werfen Israel Kindermord vor und knüpfen damit an die antisemitische Ritualmordlegende an. „Stoppt den Kindermord“, „Kindermörder Israel“, „innocent children are killed by Israelites“, ist zu lesen. Die Parole „Kindermörder Israel“ wurde durchgehend skandiert. Auf weiteren Plakaten wird Israel mit NS-Deutschland verglichen und auf eine Stufe gestellt: „end the palestine Holocaust“ bzw. „Netanyahu´s List“ – eine klare Dämonisierung Israels.

Die Neue Osnabrücker Zeitung lässt einen Redner der Demonstration kommentarlos zu Wort kommen: „Sie haben kein Recht und keine Existenz“, heißt es dort, und so wird der Raketenbeschuss der Hamas nur folgerichtig zur „Gegenreaktion“ umgedichtet.

Osnabrück hat damit am Samstag die größte antisemitische und rechtsextreme Demonstration seit 2014 erlebt. Wie in der „Friedens“-Stadt damit umzugehen ist, liegt bei allen, die diese Pressemitteilung sorgfältig lesen.

Osnabrücker Bündnis gegen Antisemitismus, 18.05.2021

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