Deutschlands politische Kultur ist nicht krisentauglich

Julian Nida-Rümelin
28. Juni 2021

„Der Philosoph Julian Nida-Rümelin lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zusammen mit Nathalie Weidenfeld verfasste er das Buch „Die Realität des Risikos“, in dem die Autoren warnen, dass der Verfall der politischen Kultur Deutschlands die Fähigkeit des Landes zur Bewältigung von Krisen schwäche. Dies sei im Verlauf der Corona-Krise deutlich sichtbar geworden. Hier hätten Staat und Gesellschaft aus kulturellen Gründen in vieler Hinsicht bei der Krisenbewältigung versagt.

Die Ansätze und Strategien südostasiatischer Staaten wie Taiwan und Südkorea seien auch deshalb erfolgreicher gewesen als die Deutschlands, weil deren politische Kultur krisentauglicher sei und deshalb bessere Lösungen, die mit weniger Kollateralschäden verbunden gewesen seien, habe finden können.1 Deutschland müsse man hingegen ein „umfassendes Staatsversagen“ bescheinigen.2“ (…)

Julian Nida-Rümelin: Deutschlands politische Kultur ist nicht krisentauglich

Kommentar GB:

Bitte lesen Sie diesen Artikel in Ruhe, denn er bringt die dramatische Schieflage unserer politischen Kultur auf den Punkt.

Unsere gesellschaftliche Unfähigkeit, auf der Höhe der Zeit rational, realistisch, maßvoll, besonnen und vorausschauend mit Problemen und Widersprüchen umzugehen ist die größte Gefahr: sie geht aus von offensichtlich eingeschränkter intellektueller Fähigkeit, Ideologien und mangelnder Urteilsfähigkeit, das alles wird täglich offen sichtbar. Siehe auch:

Mathias Brodkorb: Die mangelnde Ernstfallkompetenz des deutschen Staates in der Corona-Krise

COVID-19: Mögliche kulturelle und gesellschaftliche Auswirkungen auf Europa

und