Die EU wird zum Problem

28. Juni 2021 um 14:51 Ein Artikel von: Albrecht Müller

Am vergangenen Freitag ist etwas geschehen, das uns zu einer Revision unserer bisherigen europäischen Außenpolitik zwingt. Einige osteuropäische Staaten und mit ihnen offensichtlich die die Entscheidung bestimmende Mehrheit der EU-Staaten hat beim EU-Gipfel 1. den Vorschlag von Merkel und Macron für ein Treffen der EU mit Putin abgelehnt und 2. einen härteren Kurs gegen Russland beschlossen einschließlich neuer Sanktionen. Beides kam in den Medien als Entscheidung der Mehrheit und damit der EU rüber. Die Begründung hat ausgesprochen lächerliche Züge: „böswillige, rechtswidrige und disruptive Aktivitäten Russlands“. Der Vorgang zeigt, dass Deutschland innerhalb der EU (wie übrigens auch innerhalb der NATO) keine Außenpolitik mehr machen kann, die auf Frieden und Entspannung setzt. Osteuropäische Staaten wie Polen, Lettland, Litauen und Estland, wo es Gruppen gibt, die aus ihrer Sicht Rechnungen mit Russland offen haben und sich im Übrigen erkennbar an den USA orientieren, bestimmen unsere Außenpolitik. Albrecht Müller.

Die EU wird zum Problem

und

http://ronpaulinstitute.org/archives/featured-articles/2021/june/28/hms-defender-versus-the-russian-military-the-danger-of-believing-your-own-propaganda/?mc_cid=6136e74564&mc_eid=238771407d

Kommentar GB:

Man kann geopolitisch und geostrategisch wohl von Folgendem ausgehen.

Erstens bilden die Visegrad-Staaten ein informelles inneres Bündnis, das gegen die zentralistische Politik Brüssels gerichtet ist; z. B. Ungarn; Polen.

Zweitens fürchten die osteuropäischen Staaten Rußland, aus naheliegenden historischen Gründen insbesondere Polen.

Drittens geht es ihnen um den Einfluß und das Geld, den z.B. die Gasdurchleitung aus Rußland mit sich bringt (z. B. Ukraine, Polen); Nord-Stream 2 – Pipeline durch die Ostsee.

Viertens dürften sich die russophoben osteuropäischen Staaten eng mit den USA abgestimmt haben (Polen, Baltikum, daher die entsprechenden Manöver), wodurch diese die EU spalten und schwächen können.

Um so stärker ist automatisch Washington. Es geht um die spaltungspolitisch realisierte Dominanz über Europa; eine klassische Seemachtstrategie.

Es handelt sich um eine Spaltungspolitik, die von beiden Seiten betrieben wird. Und die USA haben auf beiden Seiten, jener der EU und jener der Osteuropäer einschließlich der Ukraine, überall gleichzeitig die Hände im Spiel.

Und die NATO dominieren sie sowieso, und damit auch die EU.

Rußland, ein selbständiger und militärisch ernst zu nehmender Staat, soll weitestehend geschwächt, eingekreist und bedrängt werden, von außen und auch von innen, nämlich mittels sogenannter NGO´s.

Letzteres ist allerdings bekannt, und es ist erkennbar, weil sich die Muster der regime change-Politik der USA in Osteuropa  ähneln – und auch anderswo können sie beobachtet werden.

Die eurasische Option soll dauerhaft verhindert, und das chinesische Projekt der Neuen Seidenstraße soll deshalb zumindest behindert oder gestoppt und unwirksam gemacht werden (siehe: G7 – Gipfel).