Die Gendertheorie ist zwar in Mode, aber dennoch antiaufklärerisch –

wo sie irrt – und warum sie gefährlich ist

Der Mensch als Schöpfer seiner selbst, dem niemand Grenzen setzt: Das ist die Phantasie der Gendertheoretiker, die den Unterschied zwischen Männern und Frauen leugnen. Sie liegen falsch – und negieren einfachste wissenschaftliche Erkenntnisse.

Giuseppe Gracia 17.06.2021

https://www.nzz.ch/feuilleton/gender-theorie-ist-zwar-in-mode-aber-anti-aufklaererisch-ld.1629919?reduced=true

Kommentar GB:

Wieso „dennoch“ ?

Der derzeitige Zeitgeist insgesamt ist irrationalistisch und daher antiaufklärerisch.

Der Herren Geist (Goethe) wünscht offensichtlich alles andere als Aufklärung durch Kritik, Selbstdenken und geistig-politische Mündigkeit. Der derzeitige Übergang in einen (identitätspolitischen) Irrationalismus ist der Ausdruck dieses Herrschafts-interesses. So werden selbständige Kognition und selbständiges Urteil – so wird kritische Rationalität überhaupt – marginalisiert.

Und das ist es, was wir derzeit täglich erleben.

Die Stoßrichtung gegen die Aufklärung ist in jeder Hinsicht offenkundig.

Denn das Letzte, was den Herrschaften erwünscht wäre, sind intellektuell auf der Höhe der Zeit befindliche urteils- und handlungsfähige individuelle und kollektive Subjekte, sei es solche der Klasse, sei es solche der Nation.

Beides soll keinesfalls sein.

Sie tun deshalb systematisch und energisch alles, um derartige politische Potentiale zu zersetzen und zu zerstören, und zwar nachhaltig; auch ein Übel kann also nachhaltig sein.

Es genügt aus Herrschaftssicht, wenn es oben eine herrschende Klasse und unten eine atomisierte Masse gibt, die mittels vorhandener Ideologien und sozialpsychologischer Technologie beliebig kontrolliert und gelenkt werden kann. Das ist das Ziel.