Wie Beschämung zum Mittel der Politik wird

Wer benachteiligt ist, hat die Macht:

Wie Beschämung zum Mittel der Politik wird,

und wie der unkritische Eurozentrismus in kulturelle Selbstverachtung umgeschlagen ist

Schuld ist zu einer Kategorie des politischen Denkens geworden.

Debatten über Schuld und strukturelle Ungerechtigkeit werden im Ton der Selbstanklage und Zerknirschung geführt.

Das erinnert an den christlichen Diskurs zur Sünde.

Maria-Sibylla Lotter 17.07.2021

Maria-Sibylla Lotter ist Professorin für Ethik und Ästhetik an der Ruhr-Universität Bochum. 2012 ist bei Suhrkamp ihr Buch «Scham, Schuld, Verantwortung. Über die kulturellen Grundlagen der Moral» erschienen.

https://www.nzz.ch/feuilleton/wenn-scham-und-schuld-zu-politischen-kategorien-werden-ld.1635189