Carter Malkasian: Die kulturellen Ursachen des Sieges der Taliban in Afghanistan

20. August 2021

„Der Militärhistoriker Carter Malkasian diente als amerikanischer Militärberater in Afghanistan. Die im Rahmen seiner Feldforschung gewonnenen Erkenntnisse verarbeitete er in seinem kürzlich erschienenen Werk „The American War in Afghanistan – A History“. Hier setzt er sich unter anderem mit den kulturellen Faktoren auseinander, welche die Taliban zu ihrem Sieg befähigten. Diese hätten sich erfolgreich auf den Islam als Quelle nationaler Einheit und Inspiration des Kampfes gegen nichtmuslimische Fremde gestützt, wodurch es ihnen gelungen sei, eine große Zahl von Afghanen zu mobilisieren und größere Opfer zu bringen als ihre Gegner.1

Das Identitätsverständnis der Taliban verbinde auf überlegene Art und Weise religiöse und nationale Komponenten. Ihrem Selbstverständnis nach, aber auch in der Wahrnehmung vieler Afghanen kämpften sie vor allem für religiöse Ziele sowie für die Verteidigung der islamischen nationalen Identität des Landes. Die Taliban nähmen diesen Kampf als religiöse Pflicht wahr, die unabhängig von den Erfolgsaussichten zu befolgen sei. Der Dschihad als religiös geforderter Kampf zur Verteidigung des Islam sei für sie nicht Ausdruck eines strategischen Kalküls, sondern Ausdruck ihrer Identität, während der durch den Westen unterstützte afghanische Staat korrupt und seine Sicherheitskräfte vor allem an persönlicher Bereicherung interessiert gewesen seien.“ (…)

Carter Malkasian: Die kulturellen Ursachen des Sieges der Taliban in Afghanistan

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