Diversität statt Qualität

Was die deutschen Parteien unter guter Bildung verstehen

Selten gab es so viel Konsens. Heute sind fast alle für soziale Gleichheit, Integration und Inklusion – und gegen das dreigliedrige Schulsystem. Doch hilft das gegen schlechte Leistungsbilanzen? Eine Analyse der aktuellen Wahlprogramme.

Hannah Bethke, Berlin 29.08.2021

https://www.nzz.ch/international/die-bildungspolitik-der-parteien-diversitaet-statt-qualitaet-ld.1642479

 

Kommentar GB:

Das technokratische Denken unserer Politik (hier wäre exemplarisch die OECD-Bildungspolitik zu nennen; PISA usw.) ist fehlerhaft: es werden regelmäßig – ergebnisorientiert – auf Basis irgendwelcher statistischer Vergleiche administrative Zielwerte gesetzt, die dann „mit Sein und Schein“ angestrebt werden, d. h. ohne die realen Möglichkeiten noch realistisch in den Blick zu nehmen. Dieses illiberale und unrealistische Denken und Handeln ist zum Scheitern verurteilt, und so beginnt man regelmäßig, sich in die Tasche zu lügen, besonders gern mit Statistiken aller Art, sobald die Fehlerhaftigkeit dieses Denk- und Politikansatzes sich durchzusetzen beginnt. Im Ergebnis wird schrittweise vom Leistungsprinzip Abstand genommen, und das zum Schaden der Gesamtgesellschaft.

Die Alternative hierzu ist ein konsequent liberaler Ansatz der Chancengleichheit, allenfalls in Verbindung mit temporären und begrenzten Starthilfen für materiell Benachteiligte (z.B. durch Stipendien). Es geht darum, allen jenen, die wirklich motiviert sind, die Türen der Bildungswege in der Gesellschaft zu öffnen, ohne die Leistungsanforderungsniveaus zu relativieren oder abzusenken, und ohne irgendwelche Ergebnisse zu planen oder einzufordern. Wer nun die Bildungsbemühungen auf sich nimmt, der scheitert oder hat Erfolg. Und diese Ergebnisse sind gesellschaftlich so hinzunehmen: das ist entscheidend. Das Leistungsprinzip bleibt wirksam, aber die Chancen innerhalb der Gesellschaft wurden vergrößert, zum Nutzen der Erfolgreichen und der Gesamtgesellschaft.

 

 

 

 

 

 

 

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